Freitag, 17. Mai 2019

... und es geht weiter...

Ich könnte jetzt einen neuen Post schreiben, wie ich zusammen mit unserem Administrator einen weiteren Tag in Lusaka zugebracht habe im Kampf um Container für das Bau-Projekt. Ich fasse mich kurz und sage: Am Ende des Tages hatten wir einen weiteren Container auf unserem Grundstück... und wir sind nach Mitternacht wieder sicher in Ndola angekommen.

Was uns gerade mehr beschäftigt ist Mr. Kapalaula. Er ist der Administrator unseres Kirchenverbandes, Ältester der Kirche in die wir gehen und ein guter Freund. Er ist seit einigen Tagen im Krankenhaus uns es geht ihm sehr schlecht - man weis nicht so genau was das Problem ist. Er ist oft nicht ansprechbar und in den Augen eines Musungus (Menschen mit "weiser" Haut) passiert hier einfach zu wenig um ihm zu helfen. Wir als Missionare versuchen uns vorsichtig einzumischen, aber es gibt hier Zwänge, die wir uns nicht vorstellen können. Die Einheimischen können es sich nicht leisten, es sich mit den Ärtzen dort zu verscherzen, weil sie in Zukunft wieder auf sie angewiesen sein werden. Also muss man sehr vorsichtig vorgehen, wenn man helfen will.
In diesem Fall bedeutet das, gemeinsam mit einem Cousin des Patienten zu einem Ältesten einer unserer anderen Kirchen gehen und mit ihm zu besprechen, wie wir vorgehen sollen. Er war sehr freundlich hat uns seine Nummer gegeben und uns erlaubt ihn zu wirklich jeder Zeit anzurufen.

Ein anderes Problem ist das Regierungs-Krankenhaus. Wir sind im Erdgeschoss reingekommen, zerbrochene Fensterscheiben, bröckelnder Bodenbelag und Putz, in einem Flur hat Wasser von der Decke getropft, im Aufzug wurde ein (leere) Leichenbare (Metallbare, mit einem Blechdeckel) mit uns transportiert, beim rausgehen lag in einem Flur an einer Ecke eine tote Maus... Aber dem Impuls Mr. Kapalaula sofort dort rauszuholen und in eine Privatklinik zu bringen durfte ich trotzdem nicht nachkommen. Diese Entscheidung steht mir nicht zu.

Das stellt einem mal wieder sehr deutlich vor Augen wie sehr wir privilegiert sind als Missionare, die sich private Krankenhäuser leisten können - von der Krankenversorgung in Deutschland wollen wir gar nicht reden...

Bitte betet für Mr. Kapalaula und seine Familie, aber auch die Situation im Land - viele Menschen haben keine Freunde die Ärtze kennen oder Geld haben.

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