Freitag, 9. Oktober 2020

Abschiedstour

Der Direktor unsere Partnerkirche, Rev. Godfrey Mambwe, wird in Zukunft gemeinsam mit seiner Frau nach Lusaka ziehen um dort die Gründung einer neuen Geimeinde mit Anke und Samuel Meier zu beginnen. Als quasi letzte Amtshandlung (wenn auch nach Ablauf seines Vertrages) habe ich mit ihm eine Tour durch den Norden Sambias gemacht um noch einmal die Pastoren dort zu besuchen. Ein guter Teil von Ihnen wurde von Rev. Mambwe ausgebildet als er noch Leiter der Bibelschule war.

Rev. Mambwe (links) mit Rev Kasanda und seiner Frau vor dem Haus in dem wir unser erstes Jahr in Sambia verbracht haben (siehe Blogeinträge von April 2010 bis März 2011 - auch wenn man das Haus nicht wiedererkennen kann)

 

Sieben Tage, neun Gemeinde, zehn Hauptamtliche Mitarbeiter und 2.300 Kilometer sind die Zahlen unserer Reise. Wir haben viele alte Bekannte und gute Freunde getroffen - an jedem Halt gab es immer ein Erinnerungs-Foto-Shooting und natürlich Maisbrei mit Huhn/Fisch und Gemüse. Was mich sehr dankbar gemacht hat, ist die Tatsache, dass mittlerweile fast alle Gemeinden im Norden einen eigenen Pastor haben. Das war vor einigen Jahren noch ganz anders und ist eine große Gebetserhörung - ich hatte das in meinem ersten Reisedienst 2013/2014 immer wieder als Anliegen genannt. Gott hat Dein Gebet erhört!!! Halleluja!

Leitungsteam in Mpika - hier haben wir vier Jahre gelebt.

 

Die meisten Pastoren arbeiten unter extrem harten Bedingungen. Sie leben meist in nur sehr kleinen Häusern, bekommen wenig Gehalt (z.T. nur 60 Euro im Monat), viele Kirchengebäude befinden sich noch im Bau oder müssen renoviert werden - aber wir haben viel Einsatz gesehen. Bitte betet für die Pastoren, die Zusammenarbeit mit den Leitungsteams und ihren Gemeinden. Vor allem die Kinder der Pastoren sind mir ein Anliegen, sie sehen - je älter sie werden, desto mehr - die schwiergen Bedingungen unter denen die Pastoren arbeiten und leben müssen - auch die Finanzierung ihrer Schulbildung ist immer wieder eine große Herausforderung. Mein Gebet ist, dass nicht die Berufung der Eltern zu einem Zweifel im eigenen Glauben führt.

Unsere Kids fühlen sich wohl in Sambia - trotz Uniform...
 

Wir sind sehr dankbar für unsere Kinder, die sehr gerne in Sambia leben. Wir sind dankbar, dass es in meiner Abwesenheit, außnahmsweise mal nicht zu größeren Krankheiten oder Unfällen kam. Die Kids haben sogar so gut mitgemacht, dass sie morgens zu früh in die Schule gekommen sind! Eine geniale Schule, die wir uns nur deshalb leisten können, weil Du durch Deine Spenden das möglich machst. Von ganzem Herzen dank dafür!



Donnerstag, 24. September 2020

Endlich wieder unterwegs!

Da wir im "new normal" leben geht auch unser Alltag wieder etwas zurück zur Normalität. Das hieß für mich, dass ich mal wieder gemeinsam mit der Leitung unseres Kirchenverbandes im Land unterwegs war. Dieses Mal ging es in die Luapula Provinz. Wir haben in der Provinzhauptstadt ein kleine Gruppe getroffen, die uns gebeten hatten, sie bei der Gründung einer Baptisten-Gemeinde in der Stadt zu unterstüzten. Wir wollten sie persönlich kennen lernen und sehen, wie wir ihnen helfen können. Bitte betet für die kleine Gruppe. Sie möchte zunächst als Hauskreis starten und dann nach einiger Zeit einen Gottesdienst beginnen. Die Gruppe braucht einen von Gott berufenen und befähigten Leiter. Leider haben wir im Kirchenverband gerade niemanden, den wir als Gemeindegründer an diesen Ort schicken können - von den Finanzen mal ganz abgesehen...

Verbandsleitung trifft "Gemeindegründer" - wir sind gespannt wie es los geht. 



Übernachtung mit Meer-Feeling am Bangweulu-See. Es gibt so viele schöne Ecken in Sambia - das Reisen im Land ist ein absolutes Vorrecht meiner Arbeit!!!

 

Unterwegs haben wir einen "kleinen" Umweg gemacht nach Chitambo gemacht (fast 2 Stunden für 50 km). Wenn Dir dieser Name nichts sagt, ist das durchaus zu verzeihen. Missionsgeschichtlich ist es aber durchaus ein interessanter Ort. Hier starb vor fast 150 Jahren der Missionar und Pionier David Livingstone. Er war gesundheitlich schwer angeschlagen und ist morgens nicht aus seiner Hütte herausgekommen. Seine Arbeiter, haben hineingeschaut und sahen ihn betend am Bett knien und trauten sich nicht ihn zu stören. Erst nach einiger Zeit haben sie gewagt zu ihm zu gehen, um dann festzustellen, dass er beim beten gestorben war.

David Livingstone's letzte Haltung auf dieser Erde nachgestellt.

Das war ein beeindruckendes Bild für mich. Im einen Moment mit Schmerzen und ausgemergelt im afrikanischen Busch zu sein und dann im nächsten Augenblick verwandelt mit einem neuen Leib von Angesicht zu Angesicht vor dem, mit dem er zuvor noch im Gebet geredet hat. 

 






Dienstag, 14. Juli 2020

"The new Normal"

Die letzten Wochen (und Monate) waren geprägt von Corona. Allerdings bei uns in Sambia vermutlich anders als in vielen anderen Teilen der Welt. Wir hatten zwar auch keine Gottesdienste mehr, mussten Masken tragen und Hände desinfizieren, aber ansonsten lief das Leben in weiten Teilen normal weiter. Klopapier war nie Mangelware und auch die Zahlen der Fälle hielten sich bis heute in Grenzen. Eine Zeit lang wurden wir täglich vom Gesundheitsminister mit Updates versorgt, dann war es wöchentlich, dann war er anscheinend selber krank und nun wurde er wegen Korruption verhaftet... Alles nicht so einfach zu durchschauen hier.

Britta hatte ihre liebe Mühe mit Home-Schooling und die Kids haben mal mehr mal weniger gut mitgemacht - vermutlich wie bei vielen anderen auch. Bei mir sind einige Reisen und Besuche ausgefallen - letzten Monat wäre ich zum Beispiel eigentlich in Deutschland zur Teamleiterschulung gewesen. Das lief nun alles Online.

Wir sind sehr dankbar, dass viele Menschen in Deutschland an uns denken und für uns beten. Britta ging es gesundheitlich nicht so gut in den letzten Wochen (nein kein Virus....), aber wir waren in der Hauptstadt bei einem Arzt und nun scheint es besser zu gehen.
Ein besonderes Geschenk für Britta ist, dass sie ihre Allergie-Medizin nicht mehr nehmen muss. Hier im Kupfergürtel ist die Luft extrem schlecht, neben der Industrie verbrennen viele Nachbarn auch einfach ihren Müll im Hof oder vor ihrem Tor und wenn man Abends im Bett liegt kann es schon mal vorkommen, dass man fast keine Luft mehr bekommt. Wenn man dann noch Allergie-Probleme hat ist das keine leichte Situation. Aber Gott hat es geschenkt, dass Britta ihre Medizin absetzen konnte und dafür sind wir sehr dankbar!

Besonderen Besuch hatten wir im Gottesdienst am letzten Sonntag. Das Grundstück unserer Gemeinde grenzt an eines der wenigen nicht bebauten Gebiete auf dem noch viele Bäume stehen und dort haben zahlreiche Affen ihre letzte Zuflucht gefunden - und manchmal erkunden sie eben auch die Nachbarschaft.

Als Team waren wir dankbar, dass wir eine offizielle Genehmigung von der Gesundheitsbehörde bekommen haben uns zu treffen. Wir hatten gute Gemeinschaft und es hat sehr gut getan mal wieder "raus zu kommen".

Dienstag, 21. April 2020

Wir leben noch!!!


Naja zumindest in der realen Welt - digital waren wir wohl recht lange "tot". Das alles überschattende Thema dieser Tage muss man nicht mehr erwähnen. Uns geht es aber nach wie vor sehr gut (Klopapier war bei uns diese Woche im Angebot...). Trotzdem ist klar, dass das Gesundheitssystem im Land auch ohne Corona schon ziemlich am Boden liegt. Die Regierung hat Maßnahmen erlassen: Abstand halten, Hände waschen, keine Versammlungen (Schule, Uni, Feierlichkeiten, Kirche), Maskenpflicht in der Öffentlichkeit - aber das gestaltet sich vor allem für die einfacheren Wohngegenden sehr schwierig...
Bisher entwickeln sich die Fall-Zahlen langsam, wofür wir sehr dankbar sind. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind hier besonders krass. Die Währung hat seit Jahresanfang 30 Prozent an Wert verloren, alles was aus dem Ausland kommt (das ist leider das Meiste) wird für die Sambier oft unbezahlbar. Nun hat eine große Mine ihre Arbeiter (11.000) entlassen. Gott sei Dank haben wir noch keine Ausgangssperre - das wäre für viele Menschen eine extreme Belastung, da sie keine Rücklagen haben und von der Hand in den Mund leben - zwei Wochen zu Hause bleiben würde bedeuten, sie wären gezwungen zu hungern. Auch aus diesem Grund hat das unsere Regierung wohl bisher noch nicht angeordnet.

Feiern mit dem Game-Master im Online-Kigo
Unsere Kids sind nun seit vier Wochen zu Hause und Britta hat hier eine kleine Grundschule eingerichtet - allerdings ist das Material (per WhatsApp) von der Schule meistens nach zwei Stunden abgearbeitet, dann sind wir dankbar für uns recht großzügiges Grundstück und die vielen unterschiedlichen Beschäftigungsmöglichkeiten.
Im Kirchenverband wurde ebenfalls auf digital umgestellt. Unser Direktor hat die letzten beiden Wochen eine Video-Predigt auf Youtube hochgeladen, andere Gemeinden nutzen lokale Radio-Stationen. Ich bin komischern-weise immer noch recht gut mit administrativen Aufgaben beschäftigt, bzw. hatte über Ostern Urlaub.

Ostereier-Suchen beim Gebetstreffen! Ohne die Hilfe unserer Kids hätten die meisten Kollegen wohl nichts gefunden ;-)
Als wir Ende März vom Deutschen Botschafter eine Mail bekamen, mit der Aufforderung, das Land schnellst-möglich zu verlassen, hat das schon ein komisches Gefühl im Magen verursacht. Ich war dankbar für Britta, die klar sagte: "Das kommt nicht in Frage, unser Platz ist hier!" Seither haben wir im groß-und-ganzen einen Frieden über unserer Entscheidung. Wir treffen uns einmal in der Woche als Missioanre hier in Ndola - im Freien und mit genügend Abstand - zum Beten, das war hier in Ndola schon seit langem eine feste Einrichtung unter den Liebenzeller Missionare, aber in dieser Zeit tut einem diese Gemeinschaft noch einmal besonders gut. Außerdem freuen wir uns an den vielfältigen Online-Angeboten aus Deutschland! Unsere Kids feiern den Online-Kigo. Ich hoffe, dass auch Du eine Möglichkeit für Dich gefunden hast, diese Zeit bewusst mit Jesus zu leben. Er ist der gleiche gestern, heute und auch morgen.


Mittwoch, 11. Dezember 2019

Die Regenzeit ist da!

Wir haben die heiße Jahreszeit nun hinter uns gelassen. Der Regen ist gekommen und bisher sieht es sehr gut aus. Wir brauchen dringend den Regen. Die letzte Ernte ist in vielen Teilen des Landes sehr schlecht ausgefallen und auch der Kariba-Stausee hat kaum noch Wasser um die Turbinen unserer wichtigsten Kraftwerks anzutreiben. Die Folgen:

Im "Hafen" von Siavonga kann man es gut sehen, dass der Wasserspiegel um 10 m gesunken ist...

Für viele Kleinbauern - vor allem im Süden - heißt es bis die nächste Ernte kommt (frühestens Ende Februar) müssen sie ums hungern. Wir haben als Liebenzeller Mission, gemeinsam mit unserer Partnerkirche an einzelnen Brennpunkten Hilfslieferungen ausgegeben. So sehr sich die Menschen gefreut haben, war es doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Betet doch dafür, dass sich auch die Regierung verstärkt um die Menschen in den ländlichen Gegenden kümmert - gerade auch da wo nicht die Regierungspartei an der Macht ist.
Mr. Chembo - der Vorsitzende des Kirchenverbandes gibt den ersten Sack Mais bei der Verteilung in Lusitu aus.

Die zweite Folge ist, das wir wenig Strom haben. In weiten Teilen des Landes ist an 10-14 Stunden pro Tag der Strom abgeschalten. Das macht das tägliche Leben nicht einfach, aber extrem schwer ist es für Menschen, die Geschäfte oder Betriebe haben - für manche geht es um die Existenz. Die schwächelnde Wirtschaft hat dann wiederum zur Folge, dass die Währung zusätzlich an Kaufkraft verliert und in den Läden alle Preise nach oben gehen.
Der Stromausfall hat auch seine witzige Seite...

Da wir mit unserem Grundstück an einer Leitung "hängen", die eine Uni versorgt leben wir auf der "Insel der Glückseligen". Wir haben nur Nachts von 22 Uhr bis Morgens 6 Uhr keinen Strom - das ist ein echter Segen für uns. Und trotzdem ist es hart zu sehen, dass die meisten Menschen um uns herum den genau umgekehrten Stromplan haben.

Für das Land Sambia hängt also viel an einer "guten" Regenzeit, sowohl für die Ernährung der Bevölkerung, als auch für die allgemeine wirtschaftliche Lage im Land. Herzlichen Dank, wenn/dass ihr treu im Gebet an uns denkt!



Dienstag, 1. Oktober 2019

Ordination auf Sambisch

Letzten Sonntag war die Ordination von Pastor Peter Mundele (funfact Mundele bedeutet Albino) - das ist tatsächlich der einzige Name den ich von ihm kenne...


Ein gewaltiger Gottesdienst mit ca. 600 Besuchern und da ich ungefähr eine Ahnung hatte wie er ablaufen würde, habe ich meine Familie zu Hause gelassen und statt dessen einen Bus voll Leute mit nach Mufulira genommen.

Offiziell hätte der Gottesdienst um 9 Uhr starten sollen, so gegen 10 Uhr ging es dann los. Mit offizieller Begrüßung aller wichtigen Gäste, dann kamen die drei Chöre, dann die Reden von verschiedenen Repräsentanten - in meinen Augen hat der Sohn von Pastor Mundele die kürzeste aber auch die bestes Rede gehalten (nicht nur wegen der Länge). Dann kam die offizielle Ordination und die Einkleidung, dann wieder Chöre und um 15:20 durfte ich mit der Predigt anfangen. Danach waren wir fast fertig. Es gab noch Kuchen - fünf Stück, sie wurden tanzend reingetragen und an besondere Gäste überreicht und natürlich wurde auch der neu eingesegnete Reverend reich beschenkt. Danach gab es dann um ca. 16.30 Uhr Mittagessen. Kurz vor 19 Uhr war ich dann wieder in Ndola.
Auch wenn es ein langer Tag war und man manches sicher hätte kürzer halten können war es ein schöner Tag mit Reverend Peter Mundele.

Britta und die Kids hatten auch einen guten Tag - mit einem deutlich kürzeren Gottesdienst, die Sonntagschule wurde dieses Mal nicht von Affen gestört (die kommen bei unserer Kirche aufs Gelände) und auch ihr Mittagessen, war deutlich näher an der schwäbischen Standartzeit...

Montag, 15. Juli 2019

Kurzbesuch

Für zehn Tage war ich in Deutschland. Liebenzell hatte alle Teamleiter weltweit zusammengerufen für eine Schulung/Konferenz. Ich konnte etwas früher anreisen und hatte deshalb noch die Möglichkeit ein Familien-Wochenende einzuschieben - auch wenn es für alle sehr schade, war, dass meine eigene Familie nicht mit dabei sein konnte - aber die mussten weiter in die Schule gehen.

Kaiserwetter für die Wanderung! Eine richtig geniale Zeit, mit einem Wehmutstropfen...

In Liebenzell habe ich mich gefreut die anderen Teamleiter zu treffen - fast die Hälfte der heutigen Teamleiter waren damals mit mir am "Theologischen Seminar der Liebenzeller Mission". Bisweilen hatte das also fast eine Athmosphäre wie bei einem Klassentreffen.
Das Programm hat allerdings auch dafür gesorgt, dass keine Langeweile aufgekommen ist. Strategische Planungsprozesse und deren Umsetzung in den Einsatzländern, Jahresplanungen, Arbeitssicherheit, Begleitung neuer Missionare, aber auch Bibelarbeiten und Gebetszeiten standen auf dem Program. Dazu gab es noch Begegnungen mit Studenten, die sich für Mission interessieren, der Missionsleitung und den Leitern der Nationalen Zweigen (Leiter LM Schweiz, Kanada, Österreich, ...). Eine volle Woche mit vielen "Hausaufgaben".

Spannendes Thema: Wie kann deutscher Arbeitsschutz in Sambia gelingen?

Sobald ich nun zurück bin geht es an die praktische Umsetzung. Budget-Planungen mit unseren einheimischen Partnern, letzte Vorbereitung der Afrika-Missionars-Konferenz im August, ein Besuch bei der Gemeinde in Nabwalya und dann kommen auch schon bald unsere neuen "Mitstreiter", die Familie Reichmann. Es wird also nicht langweilig werden.