Donnerstag, 28. Juli 2016

Der Taubenschlag...

Letzte Woche waren die Pastoren aus der Muchinga-Provinz bei uns zu besuch. Wir hatten - wie erwartet - zwei sehr schöne Tage miteinander. Bei unserem Ausflug zu den Chishimba-Wasserfällen in der Nähe von Kasama habe ich die Pastoren "benutzt" um mir bei meiner Predigtvorbereitung für den kommenden Sonntag zu helfen.

Sieht fast aus wie das Cover-Foto für ein Gospel-Album... immerhin wir haben auch gesungen. Ich hätte wohl etwas leiser gesungen hätte ich gewusst, dass einer der Drei unser Singen mit dem Handy aufnimmt...

Es war sehr hilfreich für mich, ihre Einsichten zu hören - so manches was wir im gemütlichen Kreis besprochen haben fand seinen Weg in meine Predigt über Hiobs Integrität im Leiden.
Einen Tag nachdem die Pastoren sich wieder in ihre "Einsatzorte" aufgemacht haben, bekamen wir besuch von Familie Meier. Samuel ist unser Teamleiter und wir hatten eine gute Zeit miteinander - auch die Kinder haben viel Spaß gehabt. Noah und Mika wollten einen Tunnel zu Noahs Freund (drei Häuser weiter) graben - immerhin ein 50 cm tiefes Loch ist nun in unserem Garten...


Als Meiers abgefahren sind saß Edwin Chama schon fast im Bus um ebenfalls zu uns nach Kasama zu kommen. Mr. Chama arbeitet für Dawn Trust Community Care in Ndola. Einem Projekt in dem auch die Liebenzeller Mission involviert ist. Er kam nach Kasama um eine kleine Gruppe von Farmern über alternativen Feldanbau zu unterrichten. Organisiert hatte das ganze unser Kollege hier in Kasama Frank Krämer gemeinsam mit Pastor Kasanda. Da Familie Krämer gerade in Deutschland ist hat Edwin Chama bei uns übernachtet und ich war sein Fahrer - Britta hat die Gelegenheit genutzt und sich noch ein paar Tipps für unseren Garten bei ihm geholt.

Auch die nächsten Wochen werden wir uns noch über so manchen Besuch freuen dürfen, bevor es dann in der Zeit der Präsidenten-Wahl in Sambia (11. August 2016) wohl etwas ruhiger werden wird.


Mittwoch, 6. Juli 2016

Bezirks-Leiter-Konferenz

Von Sonntag bis Dienstag (Montag und Dienstag waren Feiertage in Sambia) waren alle leitenden Mitarbeiter der Gemeinden in unserem Bezirk zu einer Schulung eingeladen - und erfreulich viele waren dabei, in Spitzenzeiten über 50 Teilnehmer.
Den Anfang machte Pastor Kasanda mit dem Thema "Der Leiter als Verwalter". Es ging darum, dass Gott uns Aufgaben und Güter anvertraut und wir verantwortlich damit umgehen müssen, da wir ihm am Ende Rechenschaft schuldig sind. Am nächsten Tag wurde es praktisch und ein in finanziellen Angelegenheiten erfahrener Leiter hat eine Schulung gehalten über Buchführung in der Gemeinde.
Danach kamen noch geistliche Einheiten aus den Sendschreiben der Offenbarung. Pastor Siyenge und ich haben jeweils zwei Einheiten geleitet.
Wir hatten eine gute Zeit miteinander und einen guten Austausch. Sehr gefreut hat mich was Pastor Pensulo (siehe frühere Posts) über seine Situation berichtet hat. Vielen Dank an alle die für Ihn gebetet haben. Bleibt weiter dran, Gott wirkt! Er bemüht sich den Menschen zu helfen, damit sie sich selber versorgen können - dabei wendet er an, was er bei Dawn Trust (Projekt für Landwirte) über Ackerbau gelernt hat. Ein Bürgermeister hat ihn gleich gefragt ob er nicht eine Gemeinde in seinem Dorf starten möchte. Aber Pastor Pensulo weis um seine Kapazitäten  und setzt jetzt erstmal den Schwerpunkt auf die Hauptgemeinde - sie müssen, dringend das Schulgebäude fertigstellen, da ihr Klassenzimmer in dem sie sich treffen nicht mehr ausreicht. Das sind doch mal schöne Probleme!

Donnerstag, 28. April 2016

Besuch aus Deutschland

Zum Abschluss der Jüngerschafts-Schule in Liebenzell, bietet die Mission einen kurzen Auslandseinsatz an. So kam es, dass acht junge Menschen, gemeinsam mit einem begleitenden Ehepaar für drei Wochen nach Sambia kamen. Auf ihrem Programm stand auch ein Besuch bei uns im Norden, des Landes.

Bei insgesamt 18 Erwachsenen und vier Kindern beim Essen war etwas Improvisation gefragt - aber darin ist Britta mittlerweile ziemlich gut ;-) 

Unsere Kollegen - Familie Krämer - nutzten die Gelegenheit und habend das Team eingespannt um in einer der Gemeinden ein wöchentliches Kinderprogramm zu starten. Allerdings wurde das Team dann am Abend alleine im Dorf zurückgelassen. In Zweier-Teams durfte die Gruppe bei Familien im Dorf übernachten um so einen Einblick zu bekommen, wie der Alltag für viele Menschen in Sambia aussieht.

Aber auch einen kurzen Ausflug an die Chishimba-Wasserfälle konnten wir noch im vollen Terminkalender unterbringen. Wir hatten einen schönen Tag mit wandern, Foto-machen, grillen und guter Gemeinschaft.

Vater und Sohn in Mpulungu am Tanganika-See. Wir haben die Sonntagschullehrer zum Seminar abgeholt und der Gemeinde die finanzielle Unterstützung (vom Kirchenverband) zum Bau ihres Kirchendaches übergeben.

Von dieser Gruppe ging es nathlos über in eine Schulung für Sonntag-Schul-Lehrer. Ein einheimisches Team aus dem Kupfergürtel war gekommen um die Lehrer in der Nord-Provinz zu unterrichten. Die Kinderarbeit ist in vielen Kirchen ein Stiefkind und so ging es dann am abschließenden Sonntag bei den Besuchen in örtlichen Gemeinden darum, für diese zukunftsträchtige Arbeit Werbung zu machen.

Fünf "Gast-Lehrer" und eine gute Gruppe aufmerksamer Zuhörer!

Trotz der schwachen Beteiligung haben die Leiter, die dabei waren viel gutes gelernt - einige von ihnen haben richtig Feuer gefangen. Ich habe mich gefreut als ich letzten Sonntag in einem Gottesdienst gehört habe, wie die Kinder (draußen vor der Kirche) in der Sonntagschule fröhlich eines der neuen Lieder gesungen haben.

Am Sonntag haben die Lehrer drei Gemeinden besucht um Werbung für Sonntagschul-Arbeit zu machen. Die Sonntagschule hat meist keinen eigenen Raum, sondern trifft sich vor der Kirche unter einem Baum...

Donnerstag, 31. März 2016

Osterkonferenz

Ostern findet bei uns in der Familie leider ohne Papa statt - der ist da normalerweise auf einer Konferenz bei einer der Kirchen. Der Osterhase hatte es trotzdem geschafft unserem Wachhund zu entkommen und die Osternester bei uns zu verstecken - das war Noahs größte Sorge, das "Bär" (unser Hunde) den Osterhasen erlegen würde, denn Bär ist ja doch "ziemlich schnell".

Während zu Hause also der Osterhase erfolgreich am Werk war und Freude verbreitet hat, war ich bei einer Osterkonferenz in dem Kirchenbezirk, in dem wir früher gelebt haben. Nach sechs-stündiger Fahrt war ich gemeinsam mit alten Bekannten, die ich unterwegs eingesammelt hatte angekommen. Vier Tage Gemeinschaft, Predigten, Gruppenarbeiten, taufen, singen, beten und ein klein wenig Sport. Ich durfte fünf von insgesamt neun Einheiten leiten und hab dabei durch den 1. Johannes-Brief gepredigt. Am Karfreitag ging es um Sünde und Liebe, am Samstag um die Familie Gottes und richtige Lehre und am Sonntag ging es zum Abschluss um die Gewissheit unseres Glaubens - der Brief passt also wunderbar zu einem Osterwochenende.

Abschluss der Konferenz mit Abendmahl.
Es war sehr schön viele alte Bekannte wieder zu treffen und Zeit miteinander zu verbringen - auch wenn es schade war, dass viele an der Konferenz nicht teilnehmen  konnten/wollten weil es eine längere Anfahrt war. Das ist der Nachteil in unserer Provinz mit überregionalen Konferenzen - selbst die 10 Euro für die Fahrtkosten stellen für manche Gemeindeglieder eine Hürde dar, die sie nicht überwinden können/wollen.

Gekocht wird normalerweise von Frauen, aber den Konferenzen dürfen immer junge Männer helfen um den Maisbrei zu rühren...

Hier treffen sich die Witwen und werden von Pastor Mashikolo unterrichtet. Außerdem gab es noch Gruppen füpr Sonntag-Schul-Kinder (3-14 Jahre), Jugendliche (ca. 15 Jahre - verheiratet) und Verheiratete. Im Hintergrund kann man meinen Geländewagen erkennen, dahinter steht ein Lastwagen - mit dem hat eine Gemeinde 

Es gab nicht all zu viel Zeit in der kein Programm war, aber ein wenig Sport war dann doch noch möglich.


Montag, 14. März 2016

Update Mpulungu

Vor ziemlich exakt einem Jahr war ich zum ersten Mal in Mpulungu um unsere Kirche dort zu besuchen und hab dann an dieser Stelle auch darüber berichtet.
Die Kirchenverbandsleitung hatte danach einen Spendensonntag für diese Kirche ausgerufen und alle Kirchen im Verband gebeten diese Gemeinde zu unterstützen, damit die Kirche ein Dach bekommen kann.
Auf dem Weg "hinunter" zum Tanganika See.
Nun hatten wir wieder einen Besuch in der Gemeinde - dieses Mal von der Bezirksleitung - und wir konnten die gute Nachricht verkündigen. Also eigentlich zwei gute Nachrichten, zuerst eine Predigt über 1 Johannes 1 und dann auch noch die Zusage, dass das Geld für das Dach zusammengekommen ist.
Das ermutigende für mich war, die Gemeinde ist schon gewachsen. Sie mussten die kleine Grasdachhütte immerhin schon ein wenig vergrößern, damit alle Platz finden können.  Bitte betet für diese kleine Gemeinde, die keinen eigenen Pastor hat, aber dafür ein motiviertes Leiterteam. Einer der beiden Ältesten ist gleichzeitig auch der Sonntagschul-Lehrer. Er wurde von Pastor Kasanda - mit dem ich gemeinsam unterwegs war - besonders ermutigt, sich in dieser Arbeit weiter zu engagieren und zusätzliche Leiter auszuleiten.

Ein fröhlicher Gottesdienst in der verlängerten Insaka
- die hoffentlich bald der Geschichte angehört (die Hütte, nicht die Freude).
PS. Das Osterwochenende werde ich (HaPe) in Isoka verbringen. Unser "alter" Kirchenbezirk hat mich als Prediger für die Konferenz eingeladen. Bitte betet doch für eine gute Vorbereitung (für mich und die anderen Pastoren), gute Teilnahme und Bewahrung bei allen Fahrten.

Montag, 29. Februar 2016

Fellowship - Gemeinschaft

Die Pastoren der Baptistengemeinden in der Muchinga Provinz.
Fast jede Stadt hier in Sambia hat eine "Vereinigung" für die Pastoren, die in der Gegend arbeiten. Dabei kommen oft viele unterschiedliche Denominationen zusammen. Oft ist diese Gruppe deshalb weniger eine geistliche Gemeinschaft, sondern mehr eine politische oder soziale Vereinigung.
Es war uns aber ein Anliegen, die geistliche Gemeinschaft unter den Pastoren in unserem Kirchenbezirk zu stärken. Deshalb haben wir uns für zwei Tage getroffen.
Wir waren bei Pastor Katongo (blaues Hemd) in Chinsali - wir wurden sehr gut versorgt, die Gemeinde hatte sogar ein Gästehaus für uns gebucht, damit wir gut übernachten konnten. Die Gemeinschaft war tatsächlich sehr gut, wir konnten das Tagesgeschäft besprechen, die Oster-Konferenz planen, aber vor allem hatten wir viel Zeit zum Reden, Austauschen, Bibel lesen und Beten.
Es ist für die Pastoren oft nicht einfach, da es in ihrer eigenen Gemeinde schwierig ist sich zu öffnen, da alle zum "Herrn Pastor" aufsehen. In dieser kleinen Gruppe aber, ist eine große Offenheit da, wir kennen uns zum Teil schon seit Jahren. Das hat die Zeit für uns alle sehr wertvoll gemacht.
Ich freu mich schon auf unser nächstes Treffen - dann bei uns in Kasama.

Dr. Mambwe bei seinem Vortrag
Auch wir als Missionare haben uns getroffen. Wir hatten eine Wochenendfreizeit mit guten Bibelarbeiten, Zeit zum spielen, reden und natürlich auch für ein obligatorisches Fußball Match.
Sehr interessant war der Vortrag von Dr. Mambwe. Er ist Linguist und hat über den Zusammenhang von Sprache und Jüngerschaft geredet. Wieder einmal eine Ermutigung sich nicht nur auf Englisch zu verlassen, sondern auch immer mehr eine der Stammessprachen zu beherrschen. Durch die Zeit im Kupfergürtel wurden wir wieder sehr dankbar für die gute Stromversorgung in Kasama - im Kupfergürtel wird jeden Tag nach einem festgelegten Muster für acht Stunden der Strom abgeschalten... Wir hatten in den letzten Wochen höchstens mal nach einem Blitzeinschlag für eine halbe Stunde keinen Strom.

Bitte betet doch für die Pastoren in unseren Kirchen, aber auch für das Missionarsteam in Sambia. Wir sind ein großes (und geniales) Team, aber es gibt eben auch viel zu planen, bedenken und anzupacken. Ein weiters Anliegen sind Noah (schon so gut wie vorbei) und Emma, die gerade beide etwas kränkeln und Antibiotika verschrieben bekommen haben.



Mittwoch, 3. Februar 2016

Müllabfuhr

Ja, auch in Sambia sammelt sich so mancher Müll in einem Haushalt an - vor allem wenn man zwei Kinder hat die in steter Regelmäßigkeit ihre Windeln füllen.
Bei unserem Umzug nach Kasama hab ich mich also recht schnell bei der Stadtverwaltung erkundigt wie man es hier mit dem Müll macht. Leider gab es nichts. Also sind wir bei dem geblieben was hier die meisten machen: verbrennen und "irgendwie" entsorgen.
Nun hab ich aber in letzter Zeit einen Lastwagen der Müllabfuhr durch die Stadt fahren sehen. Dadurch ermutigt habe ich einen zweiten Versuch bei der Stadtverwaltung unternommen. Und tatsächlich: Die Situation hatte sich geändert, ja es ist mittlerweile möglich - und es ist sogar erwünscht, - dass die Müllabfuhr den Müll abholt. Nun ging es an die praktische Umsetzung. Dazu musste ich aber zu einer anderen Behörde: Gesundheit und Umwelt. Dort sollte ich einen Vertrag aushandeln. Das ging dann nicht so ohne weiteres, aber wir konnten auf jeden Fall die Modalitäten abklären, wie oft und wie viel Müll bei uns abgeholt wird. Den Vertrag sollte ich dann aber doch wieder bei der Stadtverwaltung machen.
Zweiter Versuch am nächsten Tag: Der zuständige Mitarbeiter ist leider nicht da und ich muss warten. Als er kommt bezahle ich schon mal vorab die Kosten: 30 Kwacha pro Monat - etwas weniger als drei Euro. Gemeinsam mit dem Mitarbeite gehen wir nochmals zum Amt für Gesundheit und Umwelt. Dort gibt es dann nochmal eine Diskussion ob 30 Kwacha nicht zu wenig wäre - aber es bleibt bei dem Betrag. Ohne weitere Ereignisse geht es zurück, dieses Mal zum Amt für Rechtsangelegenheiten - dort wird der Vertrag ausgedruckt und unterschrieben - auf dem ersten Ausdruck steht die Jahreszahl 2014!!! Es stellt sich heraus, dass noch KEINER vor mir sich in Kasama an die Müllabfuhr gewandt hat!!! Ich werde gebeten, doch in meinem Bekanntenkreis Werbung zu machen, damit sich das Unternehmen auch lohnt. Ich verspreche das zu tun, mache aber gleichzeitig den Vorschlag noch an den Abläufen zu arbeiten - wenn die Menschen nun schon Geld für Müll ausgeben sollen, dann darf man es ihnen nicht auch noch unnötig schwer machen... Der Hinweis wurde dankbar zur Kenntnis genommen. Was das heißt ist mir nach sechs Jahren Sambia durchaus klar, aber sagen darf man es ja trotzdem.

Am folgenden DONNERSTAG sollte die Müllabfuhr das erste Mal bei uns vorbei kommen. Den Müll in Plastikbeuteln vor das Grundstück stellen macht angesichts von Straßenhunden recht wenig Sinn, wir sollen also sicherstellen, dass wir zu Hause sind. Am DIENSTAG fahre ich in die Stadt und sehe das Müllauto und denke noch: Der wird doch nicht zu uns wollen - er wollte. Er kam genau dann als Britta einem Mann aus einer unserer Kirchen ein paar Bibeln verkaufen wollte, Lea zu schreien begonnen hatte - die Müllmänner nahmen angesichts unseres (angeleinten) Hundes Reisaus und Britta musste ihnen alleine den Müll vor das Grundstück tragen. Aber ein Anfang ist gemacht und wenn es sich tatsächlich so einspiel haben wir mal wieder ein Problem gelöst...