Freitag, 17. September 2010

Ganz der Papa

Da nun bald wieder die Regenzeit auf uns zukommt, galt es unser Haus ein wenig vorzubereiten. Der letzte leichte Regen im April hat nämlich gezeigt, dass unser Dach nicht wirklich dicht ist.
Also haben wir im (900 km entfernten) Lusaka eine "Dachversiegelungsfarbe" gekauft. In den frühen Morgenstunden bin ich dann aufs Dach geklettert und hab in drei Durchgängen unser Dach abgedichtet - ich wurde noch rechtzeitig fertig, bevor die Sonne das Wellblech zum glühen gebracht hat...
Britta entwickelt sich hier zum Extrem-Schwaben:
im Dorf gibt es keine Kehrwoche, sondern einen Kehrtag - jeden Tag mit dem Besen ums Haus, damit der Staub nicht ganz so sehr ins Haus hineinkommt - hilft aber nur bedingt, auch beim täglichen Hausfegen kommt genug Dreck zusammen. Aber dann stehen auch schon die Kinder vorm Haus. Meistens kommen sie zum Zuschauen, zum Spielen oder Geschichte hören. Unser Bemba ist noch nicht so gut, dass wir fließend sprechen können, aber eine Geschichte aus der Kinderbibel vorlesen das geht allemal und die Kinder freuen sich riesig wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt.

Freitag, 27. August 2010

The real Africa

Jetzt haben wir es auch gesehen. Zum Abschluss unseres ersten Jahres in Zambia haben wir Samuel und Anke Meier besucht. Sie wohnen in Nabwalya.
Ein Dorf das wirklich in der Pampa liegt. Die nächste Teerstraße ist ca. 100 km weg. Mobilfunk gibt es hier nicht - ein perfekter Rückzugsort für gestresste Manager...
Die Menschen leben vom Ackerbau - und müssen dabei gegen Elefanten und andere "Mitesser" (Antilopen, Zebras, Büffel, usw.) ankämpfen.
Meiers haben hier vor ein paar Jahren angefangen eine Gemeinde zu gründen. Mittlerweile arbeiten sie gemeinsam mit einem einheimischen Pastor und es hat sich eine beachtliche Gemeinde gebildet.
Gemeinsam hat uns vor allem die Frage beschäftigt, wie es für uns Hertler nach unserer Zeit in Misambo weitergehen soll. Wir haben Erfahrungen ausgetauscht und Überlegungen angestellt. Nun sind wir gespannt, was in den entsprechenden Gremien besprochen wird. Vielen Dank wenn Du um gute Gedanken und Weisheit betest, damit wir dann an den Platz kommen wo Gott uns gebrauchen möchte.

Hier noch ein paar Zambia-Impressionen:

So sieht die Straße aus wenn man eine ruhige Fahrt vor sich hat... Hier kann man getrost 80 kmh fahren - man sollte nur aufpassen, dass man keine Schlaglöcher übersieht.

... bis zu dem Punkt "hier brauchen wir ein Boot" gibt es viele Abstufungen. Aber man sollte nicht glauben welche Hindernisse so ein Toyota alles überwinden kann - solange der richtige Fahrer am Steuer sitzt - aber auch ich durfte durch ein paar ausgetrocknete Flussbetten fahren.

Belohnt wird man mit einer wunderbaren Natur und der "klassischen" afrikanischen Tierwelt - die man bei weitem nicht mehr überall antreffen kann...

Hier wollte ich nicht schwimmen - nicht nur wegen dem Krokodil, auch die Herde Flusspferde 100m weiter sind keine guten Badekameraden...

Weit freundlicher sind die Menschen. Wie immer ist es am einfachsten mit den Kids in Kontakt zu kommen. Diese Jungs haben wir fast jeden Tag gesehen in unserer Zeit in Nabwalya.

Montag, 2. August 2010

"shingula"

Das bedeutet "einschmieren" und genau das hat Britta gemacht. Beton ist viel zu teuer, Fliesen gibt es sowieso nicht, also wird der Küchenboden einmal im Monat geschmiert. Dazu schleppt - zumindest bei Deutschen - der Ehemann ein paar Eimer Wasser heran und dann noch ein oder zwei Sack möglichst dunkle Erde. Die Frau begibt sich dann auf die Knie und verschmiert die ganze Matsche auf dem Boden. Kostet nicht viel, geht tierisch auf die Knie und ins Kreuz und hält auch nicht wirklich lang - aber Britta hat sich den fetten Respekt aller eingeholt, die ihr Meisterwerk begutachtet haben. Der erste Versuch und gleich ein voller Erfolg!



Die Drei "Zuckerhüte" sind abgeschlagene Termitenhügel und dienen - ebenfalls eingeschmiert - als Kochstelle.

Montag, 26. Juli 2010

Schlechter Einfluss

Misambo wird weiß - es scheint so als würden wir abfärben. Aber die Kids haben sich sofort danach wieder gewaschen und hatten wieder ihren schönen Teint.


Ansonsten hat Britta medizinische Hilfeleistungen in ihren Alltag mit aufgenommen. Ein Kind hatte ziemlich üblen Ausschlag, dank Brittas hilfe geht es dem kleinen Mädchen jetzt wieder richtig gut.
Von den Eltern wurden wir daraufhin zum Essen eingeladen: Hühnchen mit Ubwali. Dazu muss man wissen, dass es hier Hühnchen nur zu ganz besonderen Anlässen gibt. Als ein Zeichen besonderer Wertschätzung gilt wenn der Magen (Gizzard) dann auch noch mit dabei ist - wie in unserem Fall geschehen - das ist das Zeichen dafür, dass das Hühnchen extra für den Gast geschlachtet wurde.

Letzten Samstag durfte ich dann mein eigenes Grab schaufeln...

Das wird das neue Klo für die Kirche. Wir haben uns beim Arbeiten schön abgewechselt. Immer einer der arbeitet und der Rest schaut zu - ich habe dabei den kleinsten Teil arbeit abgekommen...

Mittwoch, 14. Juli 2010

Wette verloren

Gemeinsam mit meinem holländischen Kollegen - Matthijs Laan - hatte ich während der WM eine Wette laufen, die ich nun dank Spanien verloren habe. Es handelte sich dabei um folgende Wette:
Der Anhänger der schlechter abschneidenden Nation muss die Nationalhymne des anderen Landes singen und auf seinem Blog veröffentlichen.
Hiermit erfülle ich nun meine Wettschuld:



Man beachte bitte den Text der Nationalhymne:

Wilhelmus von Nassawe bin ich von deutschem Blut,
dem Vaterland getreu bleib ich bis in den Tod;
ein Prinz von Oranien bin ich frei unverwehrt,
den König von Hispanien hab ich allzeit geehrt.

Damit hätten wir gleich zwei Dinge geklärt:
1. Holland IST eine deutsche Provinz
2. Als Verehrer des Gegners fällt es scheinbar schwer vor dem Tor eiskalt zuzuschlagen...

Montag, 12. Juli 2010

WM-Studio Misambo

Auch mitten im Busch war das Interesse an Fußball groß. Leider haben die wenigsten die technischen Voraussetzungen (Antenne, Fernseher und Autobatterie). Ich hatte schon fast ein schlechtes Gewissen, dass ich nur ein paar Leute aus der Kirche eingeladen hatte, als ich hörte, dass anderenorts 20 Leute vor einem s/w 14" Fernseher sitzen.

Aber auch mein 15.4" Farb-Laptop war machtlos wenn mal wieder in der Stadt der Strom ausgefallen war und die Übertragung abgebrochen wurde. So geschehen im Finale von der 91. bis zur 11o. Minute. Aber unser holländischer Kollege in Ndola hat uns per SMS auf dem Laufenden gehalten.Später konnten wir dann 5 Minuten lang mitverfolgen wie vermutlich irgendein Techniker versucht hat den Sender wieder einzustellen. Kein "Stöhrungsbild" wie in D, sondern life mit-ansehen welche Schritte er unternimmt. - wir sahen ziemlich oft das gleiche...

Stain war immer ein wenig unzufrieden wenn Gäste zu den Spielen kamen und sie deshalb draußen bleiben musste.

Samstag, 26. Juni 2010

Alltag im Dorf

Wir haben uns so langsam eingelebt und unseren eigenen Rhythmus aus Wasserholen, Feuer machen, Hof fegen, Sprache lernen und Predigen gefunden. Zwischendurch gibt es dann aber auch immer wieder Höhepunkte:
Agricultureshow. Was in Deutschland wohl als Leistungsschau durchgehen würde ist hier die Präsentation der eigenen Ernteerträge. Der König (Imfumu) war auch da und hat eine Rede geschwungen, die beim Volk gut angekommen ist – auch wenn ich den Inhalt nicht verstanden habe. Ich war mit Leuten aus meiner Gemeinde dort – sie haben einen Trostpreis von 20.000 Kwacha bekommen (ca. 3 Euro). Insgesamt waren 44 Cooperatives da.
Cubb spielen. Mit meinem heißgeliebten SwissTool (unglaublich wie oft ich das hier gebrauchen kann) hab ich ein Cubb Spiel gebastelt. Zwei Stunden später standen 50 Kinder im Hof und haben gespielt und zugeschaut.
Seit kurzem ist unser Hund bei uns im Dorf. Er fühlt sich mittlerweile wohl – ebenso die meisten unserer Nachbarn. Sein Spitzname am Anfang war Inkalamo (Löwe), weil er mit seinen 6 Monaten schon alle anderen Kläffer im Dorf deutlich überragt. Probleme macht uns nur ihr Spieltrieb, wenn „Stain“ (so der echte Name), mal wieder den Hühnern der Nachbarn nachjagt.

Vielen Dank wenn ihr weiter für unser Sprachstudium und die Menschen in unserer Gemeinde betet. Wir haben hier sehr liebe Leute um uns und sind für diese Gebetserhörung sehr dankbar.