Montag, 10. Mai 2010

Ohne große Worte

Wir sind zurück von unserem ersten Abschnitt im Busch - hier mal ein paar Bilder:

Unser neues sehr ruhig gelegenes Zuhause. Was man auf dem Bild nicht sehen kann sind Strom- und Wasserleitungen - die gibt es in unserem Dorf nämlich nicht.
Der wichtigste Mann hier ist der König - Mfumu oder auch Chief genannt - als wir ihm unseren Ankunftsbesuch abstatten wollten war er gerade nicht da. Dafür hatten wie ein Treffen mit seinen Beratern.Jeden Samstag kommen die Kirchenbesucher und helfen uns auf unserem Grundstück. Einmal wurde zum Beispiel ein kleiner Garten angelegt.

Die Hütte zum Kochen (Insaka) ist leider noch nicht gebaut, deshalb muss Britta mit ihren "Kochlehrerinnen" noch unter freiem Himmel arbeiten.

Neben dem Überleben ist unsere Hauptaufgabe: Sprache lernen. Aber ich durfte auch schon mal predigen - in Englisch und Pastor Imfula (das bedeutet: Regen) hat mich dann übersetzt.

Samstag, 3. April 2010

Osterkonferenz

500-700 Menschen treffen sich über Ostern in der Kabushi Baptist Church – beziehungsweise auf der Wiese davor. Von Donnerstag Abend bis Sonntag Mittag gibt es hier ein volles Programm. Thema der Konferenz: „Worshiping God through giving“ (Gott Loben durch geben). Hauptfokus in der Verkündigung ist das Spenden von Geld – wie man mir sagte, war das auch schon im letzten Jahr das Thema. Die Kirchen sind arm und so versuchen sie ihre Mitglieder immer wieder daran zu erinnern, dass Gott segnet, wenn wir bereit sind, trotz unserem Mangel für die Arbeit im Reich Gottes zu spenden.

Gleichzeitig sind diese Konferenzen aber auch die Chance für die Kirchenchöre sich zu präsentieren (der Chor von Masala Baptist hat letzten Monat eine DVD herausgebracht!!!). Dabei ist vor allem die Jugend sehr in den Chören engagiert. Nebenher wird dann in Riesentöpfen – eigentlich schon eher Badewannen – Inshima (Maisbrei) zubereitet.

Wir waren dieses Mal einfach nur Zuschauer – wobei man als (fast) einziger Weiser dann doch ein klein wenig auffällt. Dieses Mal mussten übrigens die Männer im Freien schlafen und die Frauen konnten im Kirchengebäude nächtigen.

Das war dann auch unser letzter Event in Ndola. Am Mittwoch werden wir – so Gott will – nach Kasama umziehen. Wir sind sehr dankbar für all die guten Begegnungen, die wir in der Zeit hier haben konnten. Auch die Gemeinschaft im Missionarsteam hat uns gut getan und wir konnten auch hier viel lernen. Jetzt freuen wir uns aber darauf enger mit den Sambiern in Kontakt zu kommen. Bitte betet für einen guten Start im Dorf, dass wir uns gut einleben und mit den einfacheren Verhältnissen klar kommen. Außerdem warten wir nach wie vor noch auf unseren Container. Wir würden uns freuen wenn er bald und vollständig ankommen würde.

Bei bestem Wetter (30 Grad, leichte Brise) lässt es sich im Schatten gut aushalten.

Das kann man bei jeder sambischen Veranstaltung beobachten: Funktionäre (in diesem Fall auch Pastoren & Missionare) und Ehrengäste (meist ein Politiker) sitzen hinter dem Rednerpult in einem eigenen Zelt.

Donnerstag, 18. März 2010

Aufi auf n Berg

Endlich war es so weit. Meine erste Bergtour in Afrika stand auf dem Programm. Wir sind diese Woche in der Bibelschule Fiwale Hill und die liegt am Fuß eines wilden und fast unbezwingbaren Berges: Fiwale Hill.
Am Internationalen Frauentag, haben wir Männer uns abgeseilt. Johannes Schaber – er unterrichtet an der Bibelschule – und ich hatten uns einen erfahrenen Bergführer gesucht: Lazarus, Sohn des Bibelschuldirektors und 10-Klässler in der Örtlichen Gesamtschule. Unterwegs haben wir dann noch Ignatius getroffen, den Administrator der Bibelschule, der sich spontan bereiterklärt hat uns ebenfalls auf der Bergtour zu begleiten.
Zu viert sind wir dann querfeldein gewandert. Schlangen soll es hier ja keine geben… War super schön, wir hatten perfektes Wetter und konnten die Tour von Herzen genießen – endlich mal wieder Fels unter den Füßen!!!
OK es waren nur 100 Höhenmeter – aber die Fernsicht konnte es durchaus mit manchem Alpengiganten aufnehmen.

Freitag, 12. März 2010

Straßeneinsatz

Unser letzter Sonntag war sehr intensiv. Nach einem leckeren Frühstück im Kreis der Familie Brunner, waren wir pünktlich um 9.00 Uhr in der Ndola Baptist Church (NBC). In diesem Fall macht es sogar Sinn pünktlich zu sein, denn die fangen wirklich schon kurz nach neun mit dem Gottesdienst an.

Da der Pastor uns bei den Lobpreislieder die Texte übersetzen wollte, durften wir zu ihm in die erste Reihe nach vorne sitzen. Britta und ich lieben, die einheimischen Lieder und die Art und Weise wie sie gesunden werden. NBC hat sogar eine Soundanlage – die war allerdings so laut, dass es einen sehr stark ans TMT oder so erinnert hat (hab mich da schon immer gefragt, wie verrückt muss man sein um in die erste Reihe zu sitzen).

Nach einer intensiven Stunde Lobpreis folgte eine Stunde predigt. Es ging um die Spendenbereitschaft (nachzulesen in 2Kor 8,1-7). War sehr herausfordernd – nicht nur für reiche Europäer, sondern auch für die Einheimischen. Die haben hier nämlich oft Probleme ihr Budget zusammen zu bekommen – klingt irgendwie auch vertraut…

Am Nachmittag haben wir uns um 14 Uhr mit der Jugendarbeit getroffen. Wir sind in der Nachbarschaft der Kirche von Haus zu Haus gezogen und haben mit den Menschen – wenn möglich vorwiegend jungen Leuten über den Glauben gesprochen.

Ich hatte mich bereiterklärt ein Gruppe zu leiten – ohne jede Ahnung was wir machen sollten. Als ich meine zwei Mitevangelisten fragten, wie und was wir jetzt machen waren die sehr verwundert. Der erste meinte: „Ich bin hier auch zum ersten Mal mit dabei. Ich weis nicht. Ich dachte du würdest und das sagen.“
Mit der Bibel unter dem Arm durch die Straßen ziehen - eine erstaunlich positive Erfahrung...

War dann aber doch ein guter Mittag, obwohl mich alles sehr stark an die Zeugen Jehovas erinnert hat. Aber keiner mit dem wir gesprochen hatten war unfreundlich oder ablehnend. Einzelne Fußgänger haben behauptet in Eile zu sein – das war ihnen aber beim besten Willen nicht anzusehen – jede Oma hätte sie in ihrem Stechschritt überholen können…

Nach diesem Straßeneinsatz haben wir uns wieder getroffen und Erfahrungen ausgetauscht. Anschließend sind wir noch zum Abendgottesdienst in der NBC gegangen. Dort haben wir ein Lied vorgetragen und der Gemeinde berichtet was wir erlebt haben. Danach war ich aber nicht mehr fähig der 45-Minuten-Predigt über das Leben Davids zu folgen.

Das war ein voller aber sehr guter Tag. Wir hatten viele Möglichkeiten mit Mitgliedern der Gemeinde, aber vor allem mit den Teens zu reden.

Gebetsanliegen: Für Britta und mich ist es eine Herausforderung sich fast jede Woche auf neue Leute einzulassen und auf Personen zuzugehen. Wir freuen uns auf die Zeit im Dorf, wenn wir für längere Zeit mit den gleichen Personen zusammenkommen werden. Bitte betet für die Zeit jetzt und auch im Dorf, dass gute Beziehungen und Freundschaften entstehen – das ist hier in Sambia das A und O in der Missionsarbeit.

Montag, 1. März 2010

Auf in die Wildnis

Die klassischen afrikanischen Tiere laufen in Ndola nicht durch die Straßen. Wenn man die sehen will genügt es auch nicht einfach nur ein paar Meter von der Straße runter zu gehen. Wir haben uns dem Ausflug der Familie Brunner angeschlossen und das Nsobe Camp besucht. Leider war das Wetter an diesem Tag eher Jahreszeitgemäß: Verregnet. Trotzdem hatten wir eine gute Zeit und zum Abschluss gab es noch eine kleine Rundfahrt über das Gelände – immerhin Giraffen, Antilopen, noch so ein anders Tier mit Hörnern (nein kein Nashorn) haben wir gesehen.
Auf dem Dach des Autos hat man die beste Aussicht - dank Allrad sind wir auch sicher durch jede Schlammgrube gekommen.
Suchbild: Wer findet die Antilope...
Höhepunkt der Rundfahrt: Ein kleine Herde Giraffen. Hier zu sehen: der Mutigste. Ohne durch einen Zaun getrennt zu sein hat er sich bis auf 15-20 m genähert.

Freitag, 26. Februar 2010

Praktische Sprachschule

In Ndola geht es rund. Wir wohnen bei Katrin und Dietmar Brunner in einer kleinen Gästewohnung. Ziel ist es mehr praktische Sprachkenntnisse zu erwerben, die Arbeit von DTCC (Dawn Trust Community Care) und der ZBA (Zambian Baptist Association) besser kennen zu lernen.

Dazu gehen wir einfach auf den Markt oder in eine Siedlung. Hier passiert was in Deutschland wohl eher nicht der Fall wäre. Der Einzelhändler setzt sich hin und hört meinen gebrochenen Sätzen zu. Der Handwerker legt sein Werkzeug aus der Hand und unterhält sich mit mir – sehr langsam – auf Bemba.

Die Menschen freuen sich und nehmen sich Zeit um mir zu helfen. Selbst beim Arbeiten bei DTCC oder mit Dietmar kann ich immer wieder etwas lernen. Kurze Arbeitsanweisungen werden auf Bemba übersetzt oder Besonderheiten der sambischen Kultur erklärt.

Diese Woche sind / waren wir auch bei der Ndola Baptist Church. Dort sollten wir praktische Einblicke in die Arbeit einer Kirchengemeinde bekommen. Die Menschen nehmen sich Zeit für uns, reden mit uns und freuen sich an jedem Brocken Bemba den wir schon halbwegs über die Lippen bekommen. Das macht Mut für die Zeit im Dorf die bald beginnen wird.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Zurück auf die Schulbank.

Wir sind nun in Ndola angekommen. Heute hat unser Orientierungsprogramm vor Ort begonnen. Diese Woche besuchen wir TCCA (gesprochen Tika, ausgeschrieben: Theological College of Central Africa). Beim Rundgang über den Campus hat uns einiges an Liebenzeller Zeiten erinnert. Allerdings sind die Regeln für die Bibliothek doch ein wenig verschärfter: Manche Bücher können nur Stundenweise ausgeliehen werden!!!
Wir wurden sehr freundliche aufgenommen, der Dekan Mr. Simfukwe hat sich sogar Zeit genommen uns zu begrüßen und der Verwaltungsdirektor Mr. Stuebing (an seiner Zimmertür hängt eine Liste mit über 200 falschen Versuchen, seinen Namen zu schreiben!) hat uns ein paar Empfehlungen gegeben, welche Unterrichtseinheiten wir diese Woche besuchen könnten.
Anschließend waren wir dann noch für zwei Stunden in einer Psychologievorlesung. Es ging um Entwicklungsstufen von Kindern. Besonders spannend war der Punkt sexuelle Aufklärung und die einzelnen Ausführungen der Studenten wie man das eigentliche Thema umschiffen kann. Dass dies nicht ohne Folgen bleibt zeigt folgende Anekdote einer Studentin: Auf die Frage der Tochter, woher das kleine Geschwisterchen denn kommen würde, wollten die Eltern nicht so recht antworten. Sie sagten schließlich: Sie haben das Baby in einem Mülleimer gefunden und mit nach Hause genommen.
Einige Tage später konnte die Mutter das Kind nicht mehr finden. Als sie die Tochter fragte, ob sie wüsste wo das Baby ist, gab diese zur Antwort: Das Baby hat die ganze Zeit nur geschrieen und Ärger gemacht. Da habe ich es wieder in den Mülleimer zurück gebracht…
Also, liebe Eltern, immer schön bei der Wahrheit bleiben…

Das ist TCCA - die Wiese im Vordergrund ist der Fußballplatz.