Montag, 25. September 2017

Hi-Tech und Low-Tech

Am Anfang der vergangenen Woche durfte ich Teil etwas ganz Besonderes sein! Es gab eine Videokonferenz zum Thema Gemeindebau und Gemeindegründung. Das besondere: Eine Gruppe saß in Liebenzell, ein Missionar in Frankreich, der nächste im Urwald in Ecuador, der nächste in Japan und schließlich noch ich in Sambia... Das eigentliche Wunder: zwei Stunden Konferenz und (verständliche) Unterhaltung ohne eine einzige ungeplante Unterbrechung...


Dann zwei Tage später das genaue Gegenteil. Mit drei Pastoren aus der Muchinga-Provinz haben wir Pastor Kasabila in Nabwalya besucht. 150 km weg von der Teerstraße, im tiefsten Busch. Das Auto hat auf der abenteuerlichen Strecke mal wieder beste Arbeit geleistet...


Wir hatten zwei sehr schöne Tage mit gutem Austauch, Gemeinschaft und natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Der Stammeshäuptling hat uns mit Fleisch versorgt... Impala und Büffel! Bitte betet für die Gemeinde in Nabwalya. Es ist eine recht große Gemeinde mittlerweile, aber laut Pastor Kasabila gibt es bisher nur wenige Gläubige mit echtem geistlichen Tiefgang. Eine große Aufgabe für ihn und seine Frau.

Dienstag, 22. August 2017

All Africa Retreat

Alle zwei Jahre gibt es einen besonderen Höhepunkt für die Liebenzeller Missionare in Afrika: Eine gemeinsame Freizeit. Dieses Mal haben wir es endlich wieder geschafft auch dabei zu sein. Martin und Tabea auch waren ebenfalls mit dabei. Ede Lutz war dabei um die Bibelarbeiten zum Thema "Gott segnet" zu halten. Wir hatten eine super Gemeinschaft, haben das singen genossen, die Spiele, den Sport und das gute Essen.


Zum ersten Mal seit Jahren konnten wir beide gemeinsam bei den Bibelarbeiten dabei sein. Ein Gruppe von Freiwilligen war aus Deutschland gekommen um das Kinderprogramm zu gestalten. Die Woche vor dem Retreat war diese Gruppe schon bei uns und so hatten sich unsere Kinder schon gut mit allen angefreundet. Selbst Lea war dann gerne beim Kinderprogramm dabei. Wir haben jetzt ein paar neue Ohrwürmer... Herrlich!



Dienstag, 1. August 2017

Scheiden tut weh ...

Die ersten Sambia Missionare, die wir etwas besser kennen gelernt haben war Familie Laan aus Holland. Wir waren gemeinsam in Kanada zur Vorbereitung auf unseren Einsatz in Afrika. Obwohl wir die meiste Zeit einige hundert Kilometer getrennt waren hat sich eine sehr schöne Freundschaft entwickelt. Nun geht es für Simone, Matthijs und ihre Kinder wieder zurück nach Holland.
Es gab ein kleines Abschiedsfest und wir hatten noch einmal die Chance ein gemeinsames Familienfoto zu schießen.
Bitte betet für Laans und ihren Einstieg in einen neue Arbeit in Maastricht. Bitte bete besonders, dass die fünf Kinder sich gut in Holland einleben, Freunde finden und auch so gut zu Recht kommen.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Traditionelle Afrikanische Religionen

Dieses für Missionare hoch interessante und relevante Thema wird meistens von Theologen aus dem Westen bearbeitet. Bücher darüber werden vor allem jenseits des "schwarzen Kontinents" geschrieben. Ich hatte in den letzten beiden Wochen die Gelegenheit an einem Seminar mit eben diesem Thema teilzunehmen. Das besondere: außer mir waren alle Teilnehmer aus Sambia, der Dozent, Joe Kapolyo, war ein Sambier (lebt heute in England, ist aber in einem sambischen Dorf aufgewachsen) und das Seminar fand in Sambia statt.


Viele Dinge waren ähnlich zu dem was ich früher schon gehört hatte, aber eben aus einer anderen Perspektive. Bei meinen Notizen habe ich mir immer wieder Themen für Predigten an den Rand geschrieben. Der Referent geht bald in den Ruhestand und will sich dann dem Bücher-schreiben widmen. Bin schon sehr gespannt was dann in wenigen Jahren hoffentlich auf den Markt kommt. Vor allem die Art und Weise wie er Biblische Geschichten für Sambia kontextualisiert hat mich beeindruckt und für mein eigenes Predigen herausgefordert.

Mit Blick auf mich sagte der Dozent nach einer Austauschrunde über unsere Erfahrungen mit der Welt der Geister: "Wenn wir das in seiner Bibelschule gemacht hätten würden die uns alle miteinander ins Irrenhaus stecken - und bei HaPe würden sie sagen, der war wohl auch schon zu lange in Afrika..."

Dienstag, 18. April 2017

Vom Urlaub zur Konferenz

Zur Zeit haben wir Besuch von Oma Linda. Wir waren gemeinsam im Urlaub in Livingstone. Haben viel Wasser gesehen und auch einige der wunderschönen Tiere, die Gott geschaffen hat.




Von dort ging es in drei 'kurzen' Tagesfahrten zurück nach Kasama. Für HaPe ging es dann gleich am nächsten Tag weiter zur gemeinsamen, en Osterkonferenz von drei kleinen Gemeinden. Wir hatten eine gute Gemeinschaft, mit dem Tansania See immer im Hintergrund.



Britta war froh, dass sie über Ostern nicht allein war und sie hatten viel Spaß als Familie zu Hause - Britta wurde vom sambischen Gastprediger in unserer Gemeinde überrascht als er sich mit ihr auf deutsch unterhalten hat.  





Dienstag, 14. März 2017

Wer hat Angst vorm weißen Mann? Und wenn er kommt?


Vergangenen Sonntag waren wir vom Bezirk zum zweiten Mal in Lubushi. Das ist ein kleines Dorf entlang der Straße nach Westen - zirka 100 km von Kasama entfernt. In einem verfallenen Gebäude trifft sich eine kleine Gruppe Christen. Ein paar von Ihnen haben früher zu anderen Baptisten-Gemeinden gehört und deshalb kamen sie auf die Idee uns um Hilfe zu bitten.
Wir haben gemeinsam Gottesdienst gefeiert und werden nun versuchen alle 14 Tage zu dieser Gemeinde zu kommen um vor allem die Leiter zu schulen.
Ich als weißer Missionar bin dort nicht so gerne gesehen - zumindest nicht wenn es um Evangelisation geht. Die Erklärung: Weiße Menschen werden generell als Satanisten angesehen, bis man vom Gegenteil überzeugt ist. Innerhalb der Gemeinde ist meine Anwesenheit aber kein Problem - ich war ja gemeinsam mit einer Gruppe von sambischen Leitern unterwegs ;-)
Das ist ein ganz deutliches Zeichen für mich, wie sehr die Menschen hier in Angst gefangen sind. In der traditionellen Religion ist Angst (nicht nur vor weißen Menschen) an der Tagesordnung und vertrauensvolle Beziehungen und innerer Frieden ist für viele ein Fremdwort. Bitte betet, dass Gott uns gebraucht um den Menschen in Lubushi zu begegnen und sie ihm vertrauen und seinen Frieden erleben.

Sonntag, 22. Januar 2017

Was macht ihr eigentlich...

Wir haben endlich - nach etwas mehr als einem Jahr in Kasama - ein Grundgerüst in unserer Arbeit gefunden um das wir die ganzen anderen Termine versuchen anzuordnen: Sonntags bin ich meistens zu Predigtdiensten unterwegs, Britta ist bei der Frauengruppe in der Hauptgemeinde mit dabei und ich treffe mich mit Leitern von drei Gemeinden wöchentlich zu "Schulungen". Wir haben Arbeitsmaterial an dem wir uns entlang-hangeln, aber es kommen immer auch viele andere Fragen und Themen zur Sprache, die die einzelnen Leiter persönlich beschäftigen.
Misheck, ein Leiter, mit dem ich mich von Anfang an getroffen hatte, musste leider aus Kasama wegziehen um näher an seiner Arbeitsstelle zu sein - er ist Traktor-Fahrer auf einer großen Kaffeeplantage. Dadurch können wir uns nicht mehr regelmäßig treffen, auch in seiner Gemeinde kann er kaum noch mitarbeiten. Es wird von ihm erwartet, dass er sieben Tage die Woche arbeitet, für Gottesdienst und Gemeinde haben seine indischen Chefs wenig Verständnis. Auf der einen Seite ist er auf das Geld angewiesen um seine Familie zu ernähren, auf der anderen Seite möchte er so schnell wie möglich wieder zurück nach Kasama kommen. Es ist ihm ein Anliegen in der Gemeinde aktiv zu sein und die meisten privaten Arbeitgeber hier halten recht wenig von Arbeitsrecht oder ähnlichem. Da es wenig Arbeitsplätze gibt sind die Angestellten oft in einer Zwangslage und können recht leicht ausgebeutet werden. Sein Plan ist Kapital anzusparen um einen kleinen Laden anzufangen.
Wir wollen Misheck gerne helfen, damit er möglichst schnell wieder in Kasama sein kann. Bitte betet doch für die Situation auf der Farm. Wir waren gestern gemeinsam unterwegs (ich bin bei ihm vorbeigekommen auf dem Weg zu einem Gottesdienst). Ich habe versucht ihn zu ermutigen auch diese Zeit zu nutzen um seinen Nachbarn und Arbeitskollegen dort von Jesus zu erzählen. Ich bin gespannt, wie Gott ihn dort gebrauchen wird.