Montag, 18. Oktober 2010

Northern Province Conference

Letztes Wochenende hatten wir unsere Bezirkskonferenz. Frisch aus dem Urlaub zurück wurden wir mit Bibelarbeiten überschüttet. Pastor Lama - ehemaliger Generalsekretär des Kirchenverbandes - sprach über Anbetung. Weil es so gut war hier ein paar Zitate:

- nimm deine Bibel mit in die Kirche und prüf den Prediger
- wir singen nicht weil es sich gut anfühlt, sondern weil wir Gott damit anbeten
- wenn du nicht gerettet bist, dann ist es egal wie gut du singst, es ist kein Lobpreis
- wenn du nicht spendest, dann zeigst du, dass die Gnade Gottes in deinem Leben keine Wirkung hat. Spenden ist ein Ausdruck von Vertrauen zu Gott. (Anmerkung: Spenden ist in den sambischen Kirchen ein Hauptpredigtthema, diesmal war es aber richtig gut!)
- vergleicht mal wieviel Geld ihr für eure Handys ausgebt und wie viel ihr ins Opfer werft.
- Gehorsam ist der vorrangige Test des Glaubens

Neben hervorragender geistlicher Nahrung, kam aber auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Gekocht wurde im großen Stil. Hier ist es der Maisbrei (Ubwali):

Den besten Spruch lieferte Jens Weißflog (er arbeitet unter anderem an der Mungwi Klinik - nicht der Skispringer). Beim Thema "Aids" kam die Frage auf, was passiert, wenn man aus Versehen Aids-Medikamente schluckt obwohl man kein Aids hat (Tabletten bekommt man hier oft in einer kleinen Plastiktüte ohne Etikett). Jens' abschließender Tipp: "If you don't know what it is, don't swallow it!"

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Ein Traum!

Nach der Pastorenkonferenz im September ging es mit dem Zug in den Urlaub. Nach fast 40 Stunden Zugfahrt waren wir in Dar es Salaam in Tansania angekommen und haben mit der Fähre nach Sansibar übergesetzt.
Herrliche weiße Sandstrände, eine frische Brise vom Meer, perfekte Wassertemperaturen - einfach genial. Wir hatten jede Menge Zeit zum entspannen, lesen und baden. Super leckeres Essen - frisch aus dem Wasser auf den Tisch.
Das ganze konnte nur noch damit getoppt werden, dass Joachim und Miriam Berger (Missioinare in Malawi) zu uns gestoßen sind. Leider hatten wir nur vier gemeinsame Tage auf der Insel, die waren dafür besonders schön.
Das ist nicht aus irgendeinem Katalog, das sah da wirklich so aus!!!

OK, es war die Ostseite der Insel und damit nur ein Sonnenaufgang, aber trotzdem schön.
Die Gewürz-Tour mit Mr. Spice. Geniale einblicke in Gottes wunderbare Natur und die Vielfalt von Düften und Geschmäckern (Zimt, Kakao, Pfeffer, Nelken usw.).
Zwei Mal mehr als 35 Stunden im Zug. Aber da wir eine Schlafkabine für uns alleine hatten war es gar nicht so schlecht - zumal wir auch durch einen Nationalpark gefahren sind und verschiedene Tiere gesehen haben.

Freitag, 17. September 2010

Ganz der Papa

Da nun bald wieder die Regenzeit auf uns zukommt, galt es unser Haus ein wenig vorzubereiten. Der letzte leichte Regen im April hat nämlich gezeigt, dass unser Dach nicht wirklich dicht ist.
Also haben wir im (900 km entfernten) Lusaka eine "Dachversiegelungsfarbe" gekauft. In den frühen Morgenstunden bin ich dann aufs Dach geklettert und hab in drei Durchgängen unser Dach abgedichtet - ich wurde noch rechtzeitig fertig, bevor die Sonne das Wellblech zum glühen gebracht hat...
Britta entwickelt sich hier zum Extrem-Schwaben:
im Dorf gibt es keine Kehrwoche, sondern einen Kehrtag - jeden Tag mit dem Besen ums Haus, damit der Staub nicht ganz so sehr ins Haus hineinkommt - hilft aber nur bedingt, auch beim täglichen Hausfegen kommt genug Dreck zusammen. Aber dann stehen auch schon die Kinder vorm Haus. Meistens kommen sie zum Zuschauen, zum Spielen oder Geschichte hören. Unser Bemba ist noch nicht so gut, dass wir fließend sprechen können, aber eine Geschichte aus der Kinderbibel vorlesen das geht allemal und die Kinder freuen sich riesig wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt.

Freitag, 27. August 2010

The real Africa

Jetzt haben wir es auch gesehen. Zum Abschluss unseres ersten Jahres in Zambia haben wir Samuel und Anke Meier besucht. Sie wohnen in Nabwalya.
Ein Dorf das wirklich in der Pampa liegt. Die nächste Teerstraße ist ca. 100 km weg. Mobilfunk gibt es hier nicht - ein perfekter Rückzugsort für gestresste Manager...
Die Menschen leben vom Ackerbau - und müssen dabei gegen Elefanten und andere "Mitesser" (Antilopen, Zebras, Büffel, usw.) ankämpfen.
Meiers haben hier vor ein paar Jahren angefangen eine Gemeinde zu gründen. Mittlerweile arbeiten sie gemeinsam mit einem einheimischen Pastor und es hat sich eine beachtliche Gemeinde gebildet.
Gemeinsam hat uns vor allem die Frage beschäftigt, wie es für uns Hertler nach unserer Zeit in Misambo weitergehen soll. Wir haben Erfahrungen ausgetauscht und Überlegungen angestellt. Nun sind wir gespannt, was in den entsprechenden Gremien besprochen wird. Vielen Dank wenn Du um gute Gedanken und Weisheit betest, damit wir dann an den Platz kommen wo Gott uns gebrauchen möchte.

Hier noch ein paar Zambia-Impressionen:

So sieht die Straße aus wenn man eine ruhige Fahrt vor sich hat... Hier kann man getrost 80 kmh fahren - man sollte nur aufpassen, dass man keine Schlaglöcher übersieht.

... bis zu dem Punkt "hier brauchen wir ein Boot" gibt es viele Abstufungen. Aber man sollte nicht glauben welche Hindernisse so ein Toyota alles überwinden kann - solange der richtige Fahrer am Steuer sitzt - aber auch ich durfte durch ein paar ausgetrocknete Flussbetten fahren.

Belohnt wird man mit einer wunderbaren Natur und der "klassischen" afrikanischen Tierwelt - die man bei weitem nicht mehr überall antreffen kann...

Hier wollte ich nicht schwimmen - nicht nur wegen dem Krokodil, auch die Herde Flusspferde 100m weiter sind keine guten Badekameraden...

Weit freundlicher sind die Menschen. Wie immer ist es am einfachsten mit den Kids in Kontakt zu kommen. Diese Jungs haben wir fast jeden Tag gesehen in unserer Zeit in Nabwalya.

Montag, 2. August 2010

"shingula"

Das bedeutet "einschmieren" und genau das hat Britta gemacht. Beton ist viel zu teuer, Fliesen gibt es sowieso nicht, also wird der Küchenboden einmal im Monat geschmiert. Dazu schleppt - zumindest bei Deutschen - der Ehemann ein paar Eimer Wasser heran und dann noch ein oder zwei Sack möglichst dunkle Erde. Die Frau begibt sich dann auf die Knie und verschmiert die ganze Matsche auf dem Boden. Kostet nicht viel, geht tierisch auf die Knie und ins Kreuz und hält auch nicht wirklich lang - aber Britta hat sich den fetten Respekt aller eingeholt, die ihr Meisterwerk begutachtet haben. Der erste Versuch und gleich ein voller Erfolg!



Die Drei "Zuckerhüte" sind abgeschlagene Termitenhügel und dienen - ebenfalls eingeschmiert - als Kochstelle.

Montag, 26. Juli 2010

Schlechter Einfluss

Misambo wird weiß - es scheint so als würden wir abfärben. Aber die Kids haben sich sofort danach wieder gewaschen und hatten wieder ihren schönen Teint.


Ansonsten hat Britta medizinische Hilfeleistungen in ihren Alltag mit aufgenommen. Ein Kind hatte ziemlich üblen Ausschlag, dank Brittas hilfe geht es dem kleinen Mädchen jetzt wieder richtig gut.
Von den Eltern wurden wir daraufhin zum Essen eingeladen: Hühnchen mit Ubwali. Dazu muss man wissen, dass es hier Hühnchen nur zu ganz besonderen Anlässen gibt. Als ein Zeichen besonderer Wertschätzung gilt wenn der Magen (Gizzard) dann auch noch mit dabei ist - wie in unserem Fall geschehen - das ist das Zeichen dafür, dass das Hühnchen extra für den Gast geschlachtet wurde.

Letzten Samstag durfte ich dann mein eigenes Grab schaufeln...

Das wird das neue Klo für die Kirche. Wir haben uns beim Arbeiten schön abgewechselt. Immer einer der arbeitet und der Rest schaut zu - ich habe dabei den kleinsten Teil arbeit abgekommen...

Mittwoch, 14. Juli 2010

Wette verloren

Gemeinsam mit meinem holländischen Kollegen - Matthijs Laan - hatte ich während der WM eine Wette laufen, die ich nun dank Spanien verloren habe. Es handelte sich dabei um folgende Wette:
Der Anhänger der schlechter abschneidenden Nation muss die Nationalhymne des anderen Landes singen und auf seinem Blog veröffentlichen.
Hiermit erfülle ich nun meine Wettschuld:



Man beachte bitte den Text der Nationalhymne:

Wilhelmus von Nassawe bin ich von deutschem Blut,
dem Vaterland getreu bleib ich bis in den Tod;
ein Prinz von Oranien bin ich frei unverwehrt,
den König von Hispanien hab ich allzeit geehrt.

Damit hätten wir gleich zwei Dinge geklärt:
1. Holland IST eine deutsche Provinz
2. Als Verehrer des Gegners fällt es scheinbar schwer vor dem Tor eiskalt zuzuschlagen...