Freitag, 14. Dezember 2012

Eine Woche im Auto

Montag: Für den Transport eines Übersee-Containers (meine neue Werkstatt und Rumpelkammer) haben Jens Weißflog und ich alles organisiert. Leider fehlt am Ende ein Tieflader, der eine Raupe zum Aufladen des Containers an die richtige Adresse bringen kann.

Dienstag: Ich fahre trotzdem die 200 km nach Kasama, wo der Container steht. Pastor Kasanda wartet noch immer auf seine restlichen Habseligkeiten, die damals mit dem Hänger in Nabwalya bleiben mussten. Er freut sich, dass ich ihm endlich seine Sachen bringe und ich Lade einiges Zeug aus dem Container ins Auto, damit es beim Transport auf dem LKW nicht zu Schaden kommt.

Mittwoch: Der Rektor von Chobela kann uns das leerstehende Haus nicht geben, da eventuell im Januar noch ein neuer Lehrer kommt. Pastor Chabu und ich fahren also nach Kaluba um dort nach einem Haus für Pastor Kasabila zu suchen. Als wir dort bei einem Gemeindemitglied ankommen erfahren wir, dass seine Mutter (genauer gesagt auf Deutsch: ältere Schwester der Mutter) und seine Tochter in den letzten Tagen gestorben waren. Er selber wollte in der Nacht zuvor Selbstmord begehen. Wir kamen also genau zur richtigen Zeit. Das Haus war auf einmal Nebensache, aber mittlerweile sieht es gar nicht so schlecht damit aus. Bitte betet weiter dafür.

Donnerstag: Heute ging es nach Chobela. Die Frauen der neuen Gemeinde hatten die Frauen aus der Stadt eingeladen um ihnen dabei zu helfen eine Frauengruppe zu starten. Klarer Fall von mangelhafter Absprache: Dort hatte man uns um 8 Uhr erwartet als wir um 12 Uhr ankamen, waren alle Frauen bereits wieder auf ihren Feldern verschwunden. Botschafter wurden losgeschickt um die Frauen zurück zu holen.
Die nächste Überraschung: Man hatte erwartet, dass wir das ganze Wochenende da sein würden - wir waren von einem Nachmittag ausgegangen... Wir wollten um 15 Uhr aufbrechen, damit wir vor Einbruch der Dunkelheit (so gegen 18 Uhr) wieder zu Hause ankommen würden. Allerdings haben Sie um diese Uhrzeit erst angefangen das Essen zu kochen. Kurz nach 17 Uhr sind wir schließlich losgefahren. Britta, Noah und ich waren dann irgendwann nach 19 Uhr zu Hause - noch war nichts gepackt für unsere Fahrt in den Kupfergürtel am nächsten Tag - und die Wohnung war auch noch nicht aufgeräumt. Und Britta hatte extreme Kopfschmerzen.

Freitag: Heute ging es in den Kupfergürtel. Unterwegs bekamen wir Anrufe von drei Kollegen aus Ndola, dass wir nicht in die Innenstadt fahren sollten, dort sei es zu Ausschreitungen gekommen...
Also ging es ziemlich direkt zu unseren Kollegen. Ohne die üblichen Annehmlichkeiten (Eis oder Pizza) die wir beim Ankunft im Kupfergürtel normalerweise genießen. Dafür wurden wir von Margit Schwemmle und später auch von Familie Laan entschädigt (Ich sag nur: selbstgemachte Bredla).

Heute treffen sich die Missionare, die einen Schwerpunkt  in der Theologischen Arbeit haben, um über die Zukunft unserer Arbeit in Sambia zu beraten. Im Januar werden sich dann Vertreter aller Bereiche (Theologische Arbeit, Soziale Arbeit und Amano Schule) treffen um die Gesamtstrategie für Sambia weiter auszuarbeiten.
Bitte betet (gerne auch im Nachhinein) für gute Planungen und Besprechungen.
Wir freuen uns schon riesig auf den Urlaub mit meinen Eltern, die am Montag in Lusaka ankommen werden.

OK nächstes Mal wieder kürzer und mit mehr Bildern...

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Ein Haus für einen Pastor

Pastor Kasabila hat letzte Woche in "unserer" Bibelschule Fiwale Hill seinen Abschluss gefeiert. Es ist geplant, dass er in Nabwalya als Nachfolger von Pastor Kasanda arbeiten wird (siehe Vorletzter Artikel). Allerdings hat die Kirchenverbandsleitung beschlossen, dass er erst nach der Regenzeit dort anfangen soll. Aber was tun bis dahin?
Nun kommen wir von Mpika ins Spiel. Wir sind recht nahe an Nabwalya dran und wir haben eine neu gegründete Gemeinde in Chobela, die ein wenig Starthilfe gut vertragen könnte.
Jetzt müssen wir nur noch ein Haus finden in das Pastor Kasabila mit Frau und fünf Kindern einziehen kann. Gar nicht so einfach im afrikanischen Busch. Aber es gäbe ein paar leerstehende Lehrerhäuser in Chobela. Bisher konnten wir allerdings den Rektor der Schule noch nicht erreichen. Er hat Ferien und ist wohl gerade auf seiner Farm und dort gibt es kein Mobilfunknetzwerk.
Bitte betet doch, dass möglichst bald ein Haus für Pastor Kasabila gefunden wird und er die Zwischenzeit in Chobela gut nutzen kann. Er und seine Frau wären sehr gerne schon vor der Regenzeit nach Nabwalya gezogen. Aber die Leitung wollte ihn nicht für fünf Monate alleine in der abgeschnittenen Region sitzen lassen.  Wir hoffen, dass Pastor Kasabila Gottes Führen auch in dieser Situation sehen kann.

Freitag, 30. November 2012

Männer unter sich

Eine letzte Konferenz hatten wir noch für dieses Jahr. Kurz aber gut haben wir uns in Kaluba getroffen. Es gab Einheiten zum Thema Ehe und Familie. War sehr gut und sehr herausfordernd. Nicht nur für die Zuhörer, sondern auch zum Vorbereiten.
Das schöne an Kaluba ist: Es gibt kein Handynetzwerk, das heißt keine hatte einen Grund während der Einheiten das Gebäude zu verlassen um ein wichtiges Gespräch zu führen - extrem entspannt! Alle waren aufmerksam dabei und auch das Essen war hervorragend. Spannend wird es nun, wenn es an die praktische Umsetzung geht. Aber es wäre eine riesige Chance für die Familien wenn die Männer sich von den Worten der Bibel herausfordern lassen würden und dem Vorbild Jesu nachfolgen würden - auch meine Frau würde sich darüber mit Sicherheit freuen.

Dienstag, 13. November 2012

Ein abenteuerlicher Umzug

Pastor Kasanda hat die vergangenen Jahr gemeinsam mit Ehepaar Meier in Nabwalya gearbeitet. Offiziell hat er dieses Jahr im Juli seinen Ruhestand angetreten. Er blieb aber noch ein paar Monate länger in Nabwalya und wird auch in Zukunft nicht nur im Schatten eines Mangobaumes sitzen und die gute Luft genießen. Pastor Kasanda zieht nach Kasama - genauer nach Misambo, das Dorf in dem wir auch schon für ein Jahr gelebt haben.
Um ihm beim Umzug behilflich zu sein, haben sich Jens Weißflog und ich letzte Woche jeweils mit einem Toyota Landcruiser und einem Anhänger auf den Weg gemacht. Von Mpika nach Nabwayla sind es 150 km mit dem Auto und bei guten Bedingungen zirka 5 - 6 Stunden Fahrtzeit - ich weis manch einer sagt nun: "Das schaff ich auch mit dem Fahrrad!" Aber da ist das mit dem Gepäck ein wenig schwierig...
Leider hat es in Nabwalya an dem Abend als wir ankamen ein wenig geregnet - was die "Straßen"-Verhältnisse deutlich verschlechtert hat. Prompt bin ich dann auch am nächsten Tag bei der Fahrt im ersten größeren Matschloch stecken geblieben - aber nach 20 Minuten Arbeit war ich wieder flott. Das nächste Problem ließ nur zwei Kilometer auf sich warten. Meine Temperaturanzeige war im roten Bereich. Das heißt sofort Motor abstellen und warten. Wir fanden ein kleines Loch im Kühler - vor Jahren war mal der Ventilator abgegangen und hatte Schäden im Kühler hinterlassen, die nun wieder aufgebrochen sind. Jetzt wie flickt man einen Kühler mitten im afrikanischen Busch? Der Herr hat uns ein kleines Wunder geschenkt: Ein Kirchenmitglied aus Nabwalya hatte eine Metallkomponentenpaste (oder so änlich) - zwei Tuben, Inhalt vermischen, aufstreichen, DICHT! Nach zirka 2.5 Stunden konnte es also weitergehen und diesmal ziemlich lange ohne Probleme. Das einzige was mich störte waren die "komischen Geräusche" jedes Mal wenn ich wieder aus einem der trockenen Flußbetten herausfahren musste. Beim ersten Mal kontrollieren viel mir noch nichts auf. Aber als wir an einem Wildhüter Kontrollposten anhalten mussten bin ich nochmal ums Auto gelaufen und habe festgestellt, dass die hintere Stoßstange nach unten verbogen war.
Der Hänger hat jedes Mal wenn er von hinten gegen das Auto stieß einen Schlag auf die Stoßstange abgegeben - besonders wenn der Winkel sehr günstig war: der Hänger kommt von oben ins Bachbett hinunter und das Auto steht schon wieder schräg am Hang um aus dem Bachbett herauszukommen.
Die Stoßstange war schon an mehreren Stellen gerissen. Also mussten wir den Hänger stehen lassen. Aber auch hier hat Gott uns wieder versorgt: Die Wildhüter haben uns eine abschließbare Unterstellmöglichkeit angeboten. Wir können die Sachen und den Hänger irgendwann in den nächsten Wochen abholen.
Wir waren riesig froh als wir heil in Mpika angekommen waren. Am nächsten Tag ging es dann weiter  nach Kasama. Dort haben wir Familie Kasanda in Misambo abgeliefert. Da "unser" Haus etwas vergrößert werden soll, diese Arbeiten aber noch nicht einmal begonnen wurden, muss die Familie vorläufig in einem anderen Haus wohnen. Bitte betet für Pastor Kasanda, für einen guten Start in der neuen Arbeit und für seinen Nachfolger in Nabwalya - Pastor Kasabila - der im Dezember seine Bibelschulausbildung abschließen wird und dann nach Nabwalya ziehen wird.

Freitag, 26. Oktober 2012

Treffen mit Missionarskollegen

An einem meiner Zähne war eine Ecke abgebrochen (unter einer Krone). Da kam das Treffen mit den anderen Missionaren im Kupfergürtel gerade recht. Auf dem Weg dorthin kommen wir nämlich bei einem guten Zahnarzt vorbei (in Kitwe, 600 km von Mpika). So weit bin ich noch nie in meinem Leben zum Zahnarzt gefahren. Aber es hat sich gelohnt. Er konnte gleich noch ein anderes Loch stopfen und hat dann auch noch die Beißerchen von Britta unter die Lupe genommen.

Anschließend haben wir eine gute Zeit mit unseren Kollegen/Freunden in Musenga verbracht. Bibelarbeiten, Sport, gute Gespräche - und ein nachmittag am Pool.

Zum Abschluss wurde auch noch unser Auto einer kleinen Inspektion unterzogen und läuft nun wieder einwandfrei - der Dieselfilter war etwas zu verdreckt und das Öl nach 10.000 Kilometern auch nicht mehr das Beste.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

So jetzt machen wir mal Pause

Bauen funktioniert in Sambia ein wenig anders. Wir fangen einfach mal an und so lange das Geld da ist machen wir auch weiter. Nun sind wir mit den Mauern unserer Kirche fertig. Als nächstes benötigen wir Holz für die Dachkonstruktion und Wellblech - dafür wiederum benötigen wir Geld. Bis wir das haben gibt es eine kleine oder auch längere Pause. Eine "Nachbargemeinde" in Chinsali ist nun schon seit zwei Jahren nicht wirklich weiter gekommen, sie sammeln Wellblech um Wellblech und hoffen eines Tages weiterbauen zu können.
Bei uns wird es hoffentlich schneller gehen. Nächstes Jahr im August soll die Bezirksjugendkonferenz in dieser Kirche stattfinden. Wenigstens das Dach, Fenster & Türen und Toiletten sollten bis dahin fertig sein. Von Bodenplatte, Strom, verputzen Wänden, usw. wollen wir mal noch gar nicht reden. Alles zu seiner Zeit.

Vor zirka einem Jahr:
 
Fast fertig mit den Mauern:
Auf beiden Bildern mit dabei: Pastor Chabu! Wir waren morgens gemeinsam immer die ersten auf der Baustelle. Er ist der Maurer, ich der Zement-Mischer.
 
Aber zwischendurch haben wir natürlich auch nicht die andere Arbeit vergessen. Hier waren Pastor Chabu und ich gemeinsam unterwegs nach Chobela - dieses mal haben wir die Abkürzung genommen, die aber leider nur mit dem Fahrrad funktioniert:
 
 
Mit dem Auto muss man einen 30 km Umweg fahren. Aber es gehen schon Gerüchte um, dass es irgend wann auch mal eine Brücke über diesen Fluss geben soll... Wir werden sehen!

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Pastor Chiluba in Isoka

Am (vorletzten) Wochenende war ich in Isoka. Samstags hatten wir ein Bezirstreffen, der verantwortlichen Leiter. Es war ein sehr gutes Meeting. Wir sind ein sehr junger Bezirk - erst letztes Jahr durch Restrukturierung entstanden und es war erst unser zweites Treffen.
Aber ich habe mich sehr darüber gefreut wie sich alle eingebracht haben und wir gute Entscheidungen in großer Einheit treffen konnten.
Auch finanziell sind die meisten einem Teil ihrer Verpflichtungen nachgekommen. Somit kann unser Bezirksleiter nun auch an den Kirchenverbandstagungen teilnehmen. Dadurch sind wir dann auch in das große ganze mit eingebunden und bekommen mit was auf Landesebene läuft.

Wir sind dann noch für eine Nacht in Isoka geblieben um am nächsten Tag beim Einsetzungsgottesdienst des "neuen" Pastors mit dabei zu sein. Pastor Chiluba ist schon seit Juni in Isoka, aber es gab eben noch keine offizielle Einsetzung. Es war ein schöner Gottesdienst und ich hoffe es war ermutigend für den Pastor, dass seine Kollegen aus dem Bezirk da waren - und natürlich auch mit Geschenken gekommen waren.

Die Gemeinde in Isoka hat in diesem Jahr eine Spaltung hinter sich. Ein Großteil der Kirchenmitglieder sind zu einem anderen Baptisten-Verband übergetreten. Die große Herausforderung für Pastor Chiluba ist es nun eine neue Leiterschaft heranzuziehen und sich vor allem um die Jugend zu kümmern.
Wir haben versucht in bei dieser Aufgabe zu unterstützen indem wir in unseren Geschenkkorb neben Schulungsbüchern auch einen Fußball eingepackt haben.

Bitte betet für Pastor Chiluba und seine Frau, dass Gott sie segnet und sie der Gemeinde ein gutes Vorbild in Nächstenliebe, Hingabe und Vertrauen auf Gott sein können.