Montag, 18. Februar 2013

Bezirksbesuche

In unserem Kirchenbezirk gibt es fünf Hauptkirchen. Vier davon liegen an der "Great North Road" - Diese Straße verbindet unsere Hauptstadt Lusaka mit Dar es Salam in Tansania - sprich sie wird hauptsächlich von Lastwagen befahren. Leider bekommt solche Bilder dabei viel zu oft zu sehen:


Am vergangenen Wochenende habe ich gemeinsam mit Pastor Chabu (er ist Bezirksvorsitzender) unsere Pastorenkollegen in den anderen Gemeinden besucht. Unser Ziel war es die Pastoren und ihre Ehefrauen zu ermutigen für die  Arbeit in der sie stehen. Pastor Kasabila (siehe letzter Eintrag) ist gemeinsam mit uns in Mpika losgefahren. Nach zwei Stunden kamen wir nach Chinsali und haben dort den Vormittag mit Pastor Katongo verbracht. Um die Mittagszeit sind wir nach Isoka weitergefahren (1,5 Stunden) und haben Pastor Chiluba besucht und mit ihm den Nachmittag und Abend verbracht.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Nakonde (1.5 Stunden). Dort waren wir dann zum Abschiedsgottesdienst von Pastor Ndelementi alle gemeinsam versammelt. Ich durfte die Predigt halten: Jeremia 29.4-14 - Ich habe die Gemeinde ermutig nicht dem Mut zu verlieren, sondern auch jetzt auf Gott zu vertrauen, denn Gott verliert nicht die Kontrolle, auch wenn wir durch schwere Zeiten gehen, Gott möchte, dass wir unser Leben gut führen und nicht den Kopf in den Sand stecken, denn er hat einen guten Plan für unser Leben.
Hintergrund war, dass vor zwei Wochen Pastor Chipakula in Nakonde gepredigt hatte. Er war als Nachfolger für Pastor Ndelementi vorgesehen, aber nach seiner Predigt ist er zusammengebrochen und eine Woche später im Krankenhaus verstorben.
Bitte betet um Trost  für die Familie des Pastors und dass für die Gemeinde in Nakonde ein neuer Pastor gefunden werden kann.

Zum Abschluss unserer Tour (nach knapp 900 km auf der Straße) hat uns Gott noch einen Sonnenuntergang mit Regenbogen geschenkt!!! 

Dienstag, 22. Januar 2013

Ein neuer Pastor

Letzte Woche war Umzug angesagt. Allerdings nicht für uns, sondern für Pastor Kasabila. Leider konnte er nicht nach Chobela ziehen (dort haben wir letztes Jahr eine neue Gemeinde gegründet), dafür war es möglich in Kaluba ein geeignetes Haus für das Ehepaar und ihre fünf Kinder zu finden.
Pastor Kasabila kam gerade rechtzeitig an um mit mir zur Bezirksleiterkonferenz zu fahren (7 Stunden Fahrtzeit für 3,5 Stunden Besprechung), aber da sich unser Bezirk über mehr als 400 Kilometer erstreckt lässt sich das leider nicht anders machen. Wir haben uns getroffen um die gemeinsame Osterkonferenz vorzubereiten.
Am Sonntag waren Pastor Chabu und ich dann gemeinsam mit Pastor Kasabila in Kaluba zu seinem Einsetzungsgottesdienst. Es war ein schöner Gottesdienst und wir hoffen jetzt einfach, dass Pastor Kasabila die kurze Zeit, die er dort hat, gut nutzen kann. Sobald die Regenzeit vorbei ist (ca. Mai), soll er mit seiner Familie nach Nabwalya umziehen und dort die Arbeit von Pastor Kasanda weiterführen (siehe Artikel vom November).

Familie Kasabila bei der Einsegnung durch Pastor Chabu (rechts).


Nun sind wir immerhin zu dritt um die sechs Gemeinden zu betreuen. Wenigstens für eine kurze Zeit. 



Gebetsanliegen:
In den vergangenen zwei Monaten wurde auf unserem Plot zwei Mal eingebrochen, der Schlauch zum Reservetank am Auto abgeschnitten und Diesel gestohlen. Laut Polizei kommen die Diebe als Gruppe in der Nacht, wenn der Regen auf dem Wellblechdach alle anderen Geräusche übertönt. Leider haben auch unsere beiden Hunde nix gemerkt oder wurden anderweitig abgelenkt.
Neben dem bisher überschaubaren finanziellen Schaden für die Mission macht uns vor allem die Ungewissheit zu schaffen, ob und wann die Diebe das nächste Mal kommen werden.

Mittwoch, 2. Januar 2013

Auf ein Neues

In Mpika merkt man keinen wirklichen Unterschied zwischen dem 31.12 und einem beliebigen anderen Datum. Also sahen wir auch keinen Anlass uns nach einem sehr leckeren Abendessen unnötig lange zu quälen und gingen einfach schlafen...

Hier also nun ein Ausgeschlafenes:
Fröhliches und gesegnetes neues Jahr!!!

An dieser Stelle ganz herzlichen Dank für alle vielfältige Unterstützung im vergangenen Jahr. Gott ist treu! Es hat uns an nichts gefehlt und auch die Liebenzeller Mission wurde von Gott (und zahlreichen Spendern) so gut versorgt, dass kein Mangel entstanden ist. Halleluja!!!

Aber es geht natürlich weiter: Herausforderungen und Gebetsanliegen für das neue Jahr:
- Dach für unser Kirchengebäude fertig stellen (der Schulrektor hat das Klassenzimmer letzte Woche erst nach einigem bitten und betteln aufgeschlossen)
- Schulung von Gemeindeleitern, Glaubenskurs für Jugendliche
- Pastor Kasabila wird nun im Januar zu unserer Außengemeinde nach Kaluba kommen und dann im Mai/Juni nach Nabwalya ziehen
- Vorbereitungen für unseren Heimataufenthalt sind angelaufen. Im August werden wir für ein Jahr nach Deutschland kommen - bin schon gespannt wie sich das anfühlt in einem von den Grünen regierten Bundesland zu leben ;-)

Aber sonst haben wir eine sehr gemütliche Zeit mit meinen Eltern. Noah freut sich über die zusätzliche Betreuung und hält Oma und Oma auf Trab.
Wir sind schon ganz schön herumgekommen. Mittlerweile sind wir wieder alle gesundheitlich auf dem Damm. Davor hatte die komplette Truppe mit Erkältung, Schnupfen, Halsschmerzen und der Gleichen zu kämpfen. An unserem Programm haben wir trotzdem tapfer festgehalten und viel schönes gesehen und erlebt.

Noah mit Oma beim Ausflug an die Chishimba Wasserfälle. Vielen Dank an Familie Weißflog für Ihre Gastfreundschaft und das leckere Essen.

Hier ein Teil der Wasserfälle. Trotz kurzem Regenschauer sehr schön.

Zum Gottesdienst in Chobela. Danach kommt das Essen. Zum üblichen Maisbrei gab es diesmal ausschließlich Fleisch - sehr lecker. Mein Vater hat sogar vom Gemeindeleiter noch ein lebendiges Huhn geschenkt bekommen.

Freitag, 14. Dezember 2012

Eine Woche im Auto

Montag: Für den Transport eines Übersee-Containers (meine neue Werkstatt und Rumpelkammer) haben Jens Weißflog und ich alles organisiert. Leider fehlt am Ende ein Tieflader, der eine Raupe zum Aufladen des Containers an die richtige Adresse bringen kann.

Dienstag: Ich fahre trotzdem die 200 km nach Kasama, wo der Container steht. Pastor Kasanda wartet noch immer auf seine restlichen Habseligkeiten, die damals mit dem Hänger in Nabwalya bleiben mussten. Er freut sich, dass ich ihm endlich seine Sachen bringe und ich Lade einiges Zeug aus dem Container ins Auto, damit es beim Transport auf dem LKW nicht zu Schaden kommt.

Mittwoch: Der Rektor von Chobela kann uns das leerstehende Haus nicht geben, da eventuell im Januar noch ein neuer Lehrer kommt. Pastor Chabu und ich fahren also nach Kaluba um dort nach einem Haus für Pastor Kasabila zu suchen. Als wir dort bei einem Gemeindemitglied ankommen erfahren wir, dass seine Mutter (genauer gesagt auf Deutsch: ältere Schwester der Mutter) und seine Tochter in den letzten Tagen gestorben waren. Er selber wollte in der Nacht zuvor Selbstmord begehen. Wir kamen also genau zur richtigen Zeit. Das Haus war auf einmal Nebensache, aber mittlerweile sieht es gar nicht so schlecht damit aus. Bitte betet weiter dafür.

Donnerstag: Heute ging es nach Chobela. Die Frauen der neuen Gemeinde hatten die Frauen aus der Stadt eingeladen um ihnen dabei zu helfen eine Frauengruppe zu starten. Klarer Fall von mangelhafter Absprache: Dort hatte man uns um 8 Uhr erwartet als wir um 12 Uhr ankamen, waren alle Frauen bereits wieder auf ihren Feldern verschwunden. Botschafter wurden losgeschickt um die Frauen zurück zu holen.
Die nächste Überraschung: Man hatte erwartet, dass wir das ganze Wochenende da sein würden - wir waren von einem Nachmittag ausgegangen... Wir wollten um 15 Uhr aufbrechen, damit wir vor Einbruch der Dunkelheit (so gegen 18 Uhr) wieder zu Hause ankommen würden. Allerdings haben Sie um diese Uhrzeit erst angefangen das Essen zu kochen. Kurz nach 17 Uhr sind wir schließlich losgefahren. Britta, Noah und ich waren dann irgendwann nach 19 Uhr zu Hause - noch war nichts gepackt für unsere Fahrt in den Kupfergürtel am nächsten Tag - und die Wohnung war auch noch nicht aufgeräumt. Und Britta hatte extreme Kopfschmerzen.

Freitag: Heute ging es in den Kupfergürtel. Unterwegs bekamen wir Anrufe von drei Kollegen aus Ndola, dass wir nicht in die Innenstadt fahren sollten, dort sei es zu Ausschreitungen gekommen...
Also ging es ziemlich direkt zu unseren Kollegen. Ohne die üblichen Annehmlichkeiten (Eis oder Pizza) die wir beim Ankunft im Kupfergürtel normalerweise genießen. Dafür wurden wir von Margit Schwemmle und später auch von Familie Laan entschädigt (Ich sag nur: selbstgemachte Bredla).

Heute treffen sich die Missionare, die einen Schwerpunkt  in der Theologischen Arbeit haben, um über die Zukunft unserer Arbeit in Sambia zu beraten. Im Januar werden sich dann Vertreter aller Bereiche (Theologische Arbeit, Soziale Arbeit und Amano Schule) treffen um die Gesamtstrategie für Sambia weiter auszuarbeiten.
Bitte betet (gerne auch im Nachhinein) für gute Planungen und Besprechungen.
Wir freuen uns schon riesig auf den Urlaub mit meinen Eltern, die am Montag in Lusaka ankommen werden.

OK nächstes Mal wieder kürzer und mit mehr Bildern...

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Ein Haus für einen Pastor

Pastor Kasabila hat letzte Woche in "unserer" Bibelschule Fiwale Hill seinen Abschluss gefeiert. Es ist geplant, dass er in Nabwalya als Nachfolger von Pastor Kasanda arbeiten wird (siehe Vorletzter Artikel). Allerdings hat die Kirchenverbandsleitung beschlossen, dass er erst nach der Regenzeit dort anfangen soll. Aber was tun bis dahin?
Nun kommen wir von Mpika ins Spiel. Wir sind recht nahe an Nabwalya dran und wir haben eine neu gegründete Gemeinde in Chobela, die ein wenig Starthilfe gut vertragen könnte.
Jetzt müssen wir nur noch ein Haus finden in das Pastor Kasabila mit Frau und fünf Kindern einziehen kann. Gar nicht so einfach im afrikanischen Busch. Aber es gäbe ein paar leerstehende Lehrerhäuser in Chobela. Bisher konnten wir allerdings den Rektor der Schule noch nicht erreichen. Er hat Ferien und ist wohl gerade auf seiner Farm und dort gibt es kein Mobilfunknetzwerk.
Bitte betet doch, dass möglichst bald ein Haus für Pastor Kasabila gefunden wird und er die Zwischenzeit in Chobela gut nutzen kann. Er und seine Frau wären sehr gerne schon vor der Regenzeit nach Nabwalya gezogen. Aber die Leitung wollte ihn nicht für fünf Monate alleine in der abgeschnittenen Region sitzen lassen.  Wir hoffen, dass Pastor Kasabila Gottes Führen auch in dieser Situation sehen kann.

Freitag, 30. November 2012

Männer unter sich

Eine letzte Konferenz hatten wir noch für dieses Jahr. Kurz aber gut haben wir uns in Kaluba getroffen. Es gab Einheiten zum Thema Ehe und Familie. War sehr gut und sehr herausfordernd. Nicht nur für die Zuhörer, sondern auch zum Vorbereiten.
Das schöne an Kaluba ist: Es gibt kein Handynetzwerk, das heißt keine hatte einen Grund während der Einheiten das Gebäude zu verlassen um ein wichtiges Gespräch zu führen - extrem entspannt! Alle waren aufmerksam dabei und auch das Essen war hervorragend. Spannend wird es nun, wenn es an die praktische Umsetzung geht. Aber es wäre eine riesige Chance für die Familien wenn die Männer sich von den Worten der Bibel herausfordern lassen würden und dem Vorbild Jesu nachfolgen würden - auch meine Frau würde sich darüber mit Sicherheit freuen.

Dienstag, 13. November 2012

Ein abenteuerlicher Umzug

Pastor Kasanda hat die vergangenen Jahr gemeinsam mit Ehepaar Meier in Nabwalya gearbeitet. Offiziell hat er dieses Jahr im Juli seinen Ruhestand angetreten. Er blieb aber noch ein paar Monate länger in Nabwalya und wird auch in Zukunft nicht nur im Schatten eines Mangobaumes sitzen und die gute Luft genießen. Pastor Kasanda zieht nach Kasama - genauer nach Misambo, das Dorf in dem wir auch schon für ein Jahr gelebt haben.
Um ihm beim Umzug behilflich zu sein, haben sich Jens Weißflog und ich letzte Woche jeweils mit einem Toyota Landcruiser und einem Anhänger auf den Weg gemacht. Von Mpika nach Nabwayla sind es 150 km mit dem Auto und bei guten Bedingungen zirka 5 - 6 Stunden Fahrtzeit - ich weis manch einer sagt nun: "Das schaff ich auch mit dem Fahrrad!" Aber da ist das mit dem Gepäck ein wenig schwierig...
Leider hat es in Nabwalya an dem Abend als wir ankamen ein wenig geregnet - was die "Straßen"-Verhältnisse deutlich verschlechtert hat. Prompt bin ich dann auch am nächsten Tag bei der Fahrt im ersten größeren Matschloch stecken geblieben - aber nach 20 Minuten Arbeit war ich wieder flott. Das nächste Problem ließ nur zwei Kilometer auf sich warten. Meine Temperaturanzeige war im roten Bereich. Das heißt sofort Motor abstellen und warten. Wir fanden ein kleines Loch im Kühler - vor Jahren war mal der Ventilator abgegangen und hatte Schäden im Kühler hinterlassen, die nun wieder aufgebrochen sind. Jetzt wie flickt man einen Kühler mitten im afrikanischen Busch? Der Herr hat uns ein kleines Wunder geschenkt: Ein Kirchenmitglied aus Nabwalya hatte eine Metallkomponentenpaste (oder so änlich) - zwei Tuben, Inhalt vermischen, aufstreichen, DICHT! Nach zirka 2.5 Stunden konnte es also weitergehen und diesmal ziemlich lange ohne Probleme. Das einzige was mich störte waren die "komischen Geräusche" jedes Mal wenn ich wieder aus einem der trockenen Flußbetten herausfahren musste. Beim ersten Mal kontrollieren viel mir noch nichts auf. Aber als wir an einem Wildhüter Kontrollposten anhalten mussten bin ich nochmal ums Auto gelaufen und habe festgestellt, dass die hintere Stoßstange nach unten verbogen war.
Der Hänger hat jedes Mal wenn er von hinten gegen das Auto stieß einen Schlag auf die Stoßstange abgegeben - besonders wenn der Winkel sehr günstig war: der Hänger kommt von oben ins Bachbett hinunter und das Auto steht schon wieder schräg am Hang um aus dem Bachbett herauszukommen.
Die Stoßstange war schon an mehreren Stellen gerissen. Also mussten wir den Hänger stehen lassen. Aber auch hier hat Gott uns wieder versorgt: Die Wildhüter haben uns eine abschließbare Unterstellmöglichkeit angeboten. Wir können die Sachen und den Hänger irgendwann in den nächsten Wochen abholen.
Wir waren riesig froh als wir heil in Mpika angekommen waren. Am nächsten Tag ging es dann weiter  nach Kasama. Dort haben wir Familie Kasanda in Misambo abgeliefert. Da "unser" Haus etwas vergrößert werden soll, diese Arbeiten aber noch nicht einmal begonnen wurden, muss die Familie vorläufig in einem anderen Haus wohnen. Bitte betet für Pastor Kasanda, für einen guten Start in der neuen Arbeit und für seinen Nachfolger in Nabwalya - Pastor Kasabila - der im Dezember seine Bibelschulausbildung abschließen wird und dann nach Nabwalya ziehen wird.